Das Tief nach dem Hoch: Die Rotation der BR Volleys floppt

Nach dem unerwartet deutlichen Sieg in der Champions League müssen die BR Volleys in der Bundesliga eine unerwartet deutliche Niederlage gegen Giesen hinnehmen.

Außenangreifer Cody Kessel und seine Kollegen von den BR Volleys hatten sich für die Partie in Giesen eigentlich einen anderen Auftritt vorgenommen.
Außenangreifer Cody Kessel und seine Kollegen von den BR Volleys hatten sich für die Partie in Giesen eigentlich einen anderen Auftritt vorgenommen.dpa/Andreas Gora

Und meistens kommt es anders, als man denkt: Auf schmerzliche Weise haben die BR Volleys erfahren müssen, wie schmal der Grat zwischen Freud und Leid im Sport mitunter sein kann. Nur 48 Stunden nach dem glanzvollen und in der Deutlichkeit unerwarteten 3:0-Sieg bei Hebar Pazardzhik in der Gruppenphase der Champions League bekam der deutsche Volleyball-Meister am Sonnabend in der Bundesliga bei den Grizzlys Giesen eine deftige und in der Deutlichkeit ebenfalls unerwartete 0:3 (20:25, 16:25, 22:25)-Abreibung. „Das war bei Weitem nicht die Performance, die wir zeigen wollten“, sagte Außenangreifer Cody Kessel.

Das B-Team der BR Volleys fand keinen Rhythmus

Trainer Cedric Enard hatte sein Team gegenüber dem Auftritt in der Königsklasse komplett umgekrempelt. „Ich wollte rotieren, damit jeder Spieler bei uns Einsatzzeiten bekommt“, rechtfertigte sich der Franzose. Seine Maßnahme erwies sich allerdings als Flop. Das B-Team der BR Volleys fand in keiner Phase des Spiels seinen Rhythmus.

Der erste Tabellenplatz nach der Hauptrunde wird für die Berliner aber trotz der Niederlage kaum mehr in Gefahr geraten, da im letzten der beiden noch ausstehenden Spiele beim Schlusslicht VC Olympia Berlin ein Sieg nahezu garantiert ist.

Nach dem Desaster sehen sich die Volleys allerdings mit dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung konfrontiert. Schließlich kämpft Giesen noch im Fernduell mit den Teams aus Lüneburg, Herrsching und Düren um den für die Zwischenrunde bedeutungsvollen vierten Tabellenplatz. Da spielt die völlig überraschende Niederlage der sieggewohnten BR Volleys schon eine gewichtige, aber auch unrühmliche Rolle.

„Wir werden aus diesem Spiel unsere Schlüsse ziehen und dann wieder stärker zurückkommen“, verspricht der Amerikaner Kessel, der gegen Giesen immerhin noch eine Angriffsquote von 59 Prozent erzielte. Dass auf Giesener Seite Noah Baxpöhler auf 80 und Jakob Günthör auf 78 Prozent erfolgreicher Angriffe kamen, wirft indes auch kein gutes Licht auf das Abwehrverhalten der Berliner.

Trainer Enard sagte: „Ich bin ziemlich traurig darüber, wie wir diese Woche beendet haben, denn diese begann wirklich fantastisch.“ Trotz der Rotation habe sein Team das klare Ziel gehabt, Tabellenplatz eins zu festigen. Das haben wir aber leider überhaupt nicht gut gemacht und müssen somit jetzt gegen Düren nachlegen.“

Die Chance, sich zu rehabilitieren, kommt tatsächlich sehr schnell: Schon an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) empfangen die BR Volleys zum vorletzten Hauptrundenspiel die Powervolleys Düren in der Max-Schmeling-Halle.