Kandidat Nummer eins auf eine Entlassung: Schalkes Trainer David Wagner.
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BerlinDer FC Bayern München eröffnet heute mit dem Duell gegen den FC Schalke 04 die 58. Saison der  Fußball-Bundesliga. Kurzfristig wurden Fans ausgeladen, die Arena bleibt leer. Die übrigen acht Partien sollen zumindest wieder vor einigen Zuschauern stattfinden. Doch wie lange gilt das? Und wer steht im sportlichen Fokus? Hier die Antworten auf Fragen, die die Fans vor der Saison umtreibt.

Wie viele Fans dürfen in die Stadien?  Vorerst dürfen Fans wieder ins Stadion, zumindest bis zu 20 Prozent der jeweiligen Kapazität. Aber einen Tag vor dem Anstoß zur Spielzeit hat die Stadt München ausgerechnet den FC Bayern zurückgepfiffen. Wegen der gestiegenen Infektionszahlen in München dürfen gegen den FC Schalke 04 am Freitag nun doch keine Zuschauer dabei sein.

Wie gehen die Bayern die Titelverteidigung an? Gerade einmal 26 Tage liegt das Finale der Champions League zurück. Mit dem 1:0 gegen Paris Saint-Germain in Lissabon krönten sich die Bayern zu den Fußball-Königen Europas und machten das zweite Triple nach 2013 perfekt. Gegen Schalke sollen die Stars wie Robert Lewandowski und Manuel Neuer im Eröffnungsspiel der 58. Bundesligasaison gleich wieder eine Topleistung abliefern. Klappt das nach 14 Tagen und einer Mini-Vorbereitung? „Wir hatten wenig Zeit, aber es geht in die richtige Richtung. Wir müssen konzentriert zur Sache gehen“, sagte Trainer Hansi Flick nach den Eindrücken im Training. Seit 2002 eröffnet der Meister traditionell die Saison: Verloren hat der Titelträger nie (14 Siege, vier Unentschieden).

Gibt Max Kruse sein Debüt für den 1. FC Union? Sein Trainer Urs Fischer ließ nur die Frage nach einem Einsatz Kruses gleich in der Anfangsformation offen. „Ein Startelf-Debüt finde ich sehr euphorisch. Schauen wir mal, ob es in den Kader reicht“, sagte der Schweizer. „Ich schließe das nicht aus“, ergänzte Fischer zudem über eine erste Nominierung Kruses gerade rechtzeitig zum Bundesliga-Auftakt.

Wie steht es um Herthas Ansprüche? Nach dem blamablen Pokal-Aus gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig steht Hertha BSC schon vor dem ersten Spieltag unter Druck. „Wir haben einen denkbar schlechten Einstieg gehabt", sagte Manager Michael Preetz. Es sei nun vor dem scharfen Ligastart wichtig, „alle daran zu erinnern, dass wir es deutlich besser gemacht haben“ in der schwierigen Endphase der vergangenen Spielzeit. Bei Werder Bremen müssten die Spieler von Trainer Bruno Labbadia am Samstag „ein anderes Gesicht“ zeigen.

Hilft Jesus den Dortmundern? Keine Frage, Borussia Dortmund ist das Team mit den meisten und besten Jungstars der Liga. Giovanni Reyna, 17, Erling Haaland und Jadon Sancho (beide 20) verzückten die BVB-Fans schon in der vergangenen Saison. Nun kamen der gut 26 Millionen Euro teure Jude Bellingham, 17, aus Birmingham und der von Real Madrid ausgeliehenen Jesus Reinier, 18, hinzu. Bellingham war bereits im Pokal in Duisburg (5:0) auf Anhieb erfolgreich.

Wie kommt Leverkusen ohne Kai Havertz aus? Einen direkten Ersatz für den zum FC Chelsea gewechselten Kai Havertz wird es nicht geben. Das hatte der Klub von Beginn an ausgeschlossen. Man wolle das im Kollektiv lösen, meinte auch Trainer Peter Bosz. Das gilt vor allem für die Spieler Kerem Demirbay, Nadiem Amiri und Exequiel Palacios, die allerdings bislang starken Leistungsschwankungen unterliegen. Anders im Angriff: Für Kevin Volland wurde der torgefährliche Patrik Schick als Ersatz geholt.

Leipzig ohne Timo Werner, geht das gut? Eins zu eins ersetzbar ist Nationalstürmer Timo Werner ohnehin nicht. RB-Coach Julian Nagelsmann sieht es als Teamaufgabe an, die 37 Scorerpunkte aufzuteilen. Bei seinem Pflichtspieldebüt im DFB-Pokal zeigte der Südkoreaner Hee-chan Hwang starke Ansätze, auch Yussuf Poulsen weiß um die Verantwortung. Beide gelten aber eher als Vorbereiter statt Vollstrecker. So hofft Nagelsmann noch vor dem ersten Pfiff auf den 24-jährigen Norweger Alexander Sörloth, der von Crystal Palace verpflichtet werden soll. Ein wuchtiger Stürmer mit Präsenz im Strafraum.

Was ist von Sebastian Hoeneß zu erwarten? Der Sohn von Dieter Hoeneß und Neffe von Uli Hoeneß gibt bei der TSG 1899 Hoffenheim seinen Einstand als Bundesliga-Chefcoach. Die Generalprobe für die Partie beim 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ging allerdings ziemlich daneben für den 38-Jährigen: Erst im Elfmeterschießen gewannen die Kraichgauer ihr DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten Chemnitzer FC. Hoeneß, der als Meistertrainer vom Drittligisten FC Bayern München II kam, will mutigen und offensiven Fußball spielen lassen.

Welcher Trainer fliegt zuerst? Bei einigen Buchmachern hat Schalkes Coach David Wagner die besten Aussichten auf die erste Trainerentlassung der Saison. Der Rucksack von 16 Pflichtspielen ohne Sieg wiegt schwer, das Startprogramm könnte herausfordernder nicht sein. Auf der Seite der Neuzugänge stehen bei den klammen Knappen bislang einzig der 36 Jahre alte Sturm-Veteran Vedad Ibisevic und Frankfurts Bankdrücker Gonzalo Paciencia. Dass das Trio der Unzufriedenen (Mark Uth, Sebastian Rudy und Nabil Bentaleb) plötzlich wieder eine tragende Rolle spielt, ist bezeichnend – und gefährlich.