An DAZN führt für den Fußballfan kein Weg mehr vorbei.
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Berlin/MünchenFür Fußballfans führt ab dem kommenden Jahr kein Weg mehr an DAZN vorbei. Der kostenpflichtige Internetanbieter hat sich das mit Abstand größte Rechtepaket für die Champions League von der Saison 2021/22 an gesichert. Dazu gehören für drei Spielzeiten 121 von 137 Live-Spielen der Königsklasse sowie der Supercup, die Konferenzen und die Highlight-Berichterstattung. Da auch Amazon 16 Partien für sein Streamingangebot Prime gekauft hat, laufen – bis auf das Endspiel – die Champions-League-Partien nur im Internet. Für einige Fußball-Liebhaber könnte das problematisch werden.

Der erst seit 2016 aktive Streamingdienst DAZN stach im Wettbieten um die Champions-League-Rechte den etablierten Pay-TV-Anbieter Sky aus und hatte sich zudem schon 106 Bundesliga-Partien am Freitag und Sonntag von 2021 an gesichert. Für 11,99 Euro im Monat (oder 119,99 Euro im Jahr) bekommen Sportfans bei DAZN eine umfangreiche Auswahl, nach eigenen Angaben 8000 Livesport-Übertragungen pro Jahr. Auf der anderen Seite wird es für den Zuschauer eher unübersichtlich. Um die freie Auswahl bei den Live-Übertragungen von den Europapokal-und Bundesliga-Spielen zu haben, sind von 2021 an vier verschiedene Abonnements notwendig.

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: Quelle: Sky, Amazon, DAZN, ZDF, dpa

Problematisch wird es zudem für Menschen, deren Internet nicht ausreichend ist. DAZN nennt als empfohlene Mindestgeschwindigkeit für die Nutzung in HD-Auflösung auf einem TV-Gerät 6 Megabit pro Sekunde. Das ist zwar ein niedriges Tempo gemessen an den superschnellen Gigabit-Leitungen – es ist aber in Deutschland nicht flächendeckend verfügbar. Vor allem in ländlichen Gegenden sind die Netze gelegentlich langsamer.

Das Internet-Problem gilt für DAZN sowie für Amazon. Der US-Internetriese ist der neue Mitspieler auf dem Sport-Markt und hat sich überraschend für seinen kostenpflichtigen Streamingdienst Amazon Prime das jeweilige Topspiel am Dienstagabend gesichert. Das Live-Paket umfasst insgesamt 16 Spiele, davon zwei Playoff-Partien.

Das Angebot im frei zu empfangenden Fernsehen ist zukünftig größer als noch in dieser und in der kommenden Saison. Die Endspiele 2022 bis 2024 werden im ZDF zu sehen sein. Offenbar will das Zweite von 2021 an auch mittwochs Zusammenfassungen zeigen – eine Bestätigung steht aber noch aus.

Wer neben der Bundesliga bei DAZN und Sky sowie der Champions League bei DAZN und Amazon auch bei den anderen Europapokal-Spielen die freie Wahl haben will, der benötigt demnächst ein viertes Abonnement. Die RTL-Gruppe hat sich ein Paket mit 282 Partien der Europa League und der neuen Conference League gesichert. Einige Spiele sollen bei RTL und Nitro frei empfangbar gezeigt werden, die meisten laufen allerdings beim hauseigenen Streamingdienst TV Now.