Reinhard Grindel, derzeit hoch gehandelt als künftiger Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), gibt sich dieser Tage eher einsilbig. „Ich beteilige mich nicht an Personalspekulationen“, wurde der aktuelle DFB-Schatzmeister gleich mehrfach zitiert. Oder damit, dass er sich „völlig auf die Aufklärungsarbeit im Zusammenhang mit der WM 2006“ konzentriere. Sätze, die so abgeklopft, abgezirkelt und abgewogen sind, dass sie nichts verraten – schon gar nichts darüber, ob der Niedersachse tatsächlich Ambitionen hat auf den Spitzenposten im größten Einzelsportverband der Welt.

Grindel hat gute Gründe, sich mit Kalkül zu bewegen. Zu frühe Bekenntnisse bergen bekanntlich auch das Risiko, sich öffentlich unangenehmen Fragen stellen zu müssen. Das weiß der 54-Jährige, der als Journalist arbeitete, bevor er 2002 für die CDU in den Bundestag einzog, nur zu gut. Und daran hat er erkennbar kein Interesse. Als vor einer Woche der Sportausschuss – Grindel gehört ihm als stellvertretender Vorsitzender an – hinter verschlossenen Türen den Skandal um die gekaufte WM 2006 diskutierte, huschte er eilig an Medienvertretern vorbei: „Kein Kommentar.“

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