In den sozialen Netzwerken geriet das Ergebnis auch am Montag zur Nebensache. Auf einen Kommentar vom Sonntagabend folgte ein zweiter, der wiederum von Lesern heftig diskutiert wurde. An den Schiedsrichtern wurde der Ausgang des ersten Finalspiels zwischen Alba Berlin und dem FC Bayern München festgemacht. Genauer gesagt, an zwei Szenen in der Schlussphase: Einem nicht gegebenen Foul an Landry Nnoko und dem daraus resultierenden Technischen Foul gegen den Berliner Center sowie am gepfiffenen Offensivfoul gegen Peyton Siva, welches gleichzeitig sein fünftes war und das vorzeitige Aus für Albas Spielmacher nach sich zog. Die TV-Bilder enttarnten beide Pfiffe während des Spiels in den Wiederholungen als Fehlentscheidungen. An der 70:74-Niederlage der Berliner konnte das allerdings nichts ändern.

Pfiffe, die wehtun

Auch deshalb suchten die Berliner Spieler nicht nach Ausreden, als sie auf diese Pfiffe angesprochen wurden. „Das waren harte Entscheidungen, aber ich gebe den Schiedsrichtern keine Schuld. Sie pfeifen, was sie sehen“, sagte Siva direkt nach dem Spiel in die TV-Kameras. Es ehrte den Berliner Aufbauspieler, aber auch seine Teamkollegen, dass sie zumindest nach außen nicht schlecht über Pfiffe der Schiedsrichter redeten, welche auch dazu beigetragen haben, dass Alba am Montagvormittag München als Verlierer mit dem Zug verlassen musste.

Auch Johannes Thiemann sprach nach der Ankunft in Berlin nicht über die Schiedsrichter, sondern die eigene Leistung und die eigenen Fehler. „Das letzte Quäntchen Glück hat noch gefehlt, vielleicht auch die Abgezocktheit hinten raus“, sagte der Center. Genau wie Peyton Siva sah er die letzte Aktion, den Münchner Jubel über den Sieg im ersten Spiel der Finalserie, mit seinem fünften Foul von der Bank aus.

Zeichen der Abgezocktheit

Egal, wie kleinlich der Schiedsrichter sein mag, zeigt sich Abgezocktheit eben auch darin, wie sich ein Spieler darauf einstellt. Thiemann gelang das in der ersten Halbzeit überhaupt nicht: In 4:46 Minuten sammelte er drei Fouls, Siva schaffte das im dritten Viertel sogar in lediglich 58 Sekunden. Auf der anderen Seite hatte Münchens Vladimir Lucic bereits nach 114 Sekunden zwei Fouls. Am Ende brachte er es auf 17:11 Minuten Einsatzzeit und beging nur ein weiteres Foul.

„Generell ist die Arbeit gegen die Bayern schwieriger, weil sie ein auf allen Positionen sehr tief besetztes Team haben“, sagte Thiemann, „sie spielen mit viel Intensität, viel Körper und haben eben nicht nur einen Spieler, sondern vier oder fünf.“ Dass diese Spieler über eine hohe Qualität verfügen, macht die Herausforderung noch größer. Spiel eins hat über weite Strecken gezeigt, dass Alba diese meistern kann. Es fehlt nur ein Funken mehr Abgezocktheit.