Berlin - Auf diesen Moment hatten die Eisbären und Zach Boychuk über eine Woche warten müssen. Weil in Coronazeiten absolute Gewissheit bestehen muss, dass ein Spieler infektionsfrei ist, um seine eigene und die Gesundheit der Kollegen nicht zu gefährden, vergingen zähe acht Tage, bis der neu verpflichtete Center seine Premiere im EHC-Trikot geben durfte. Gegen die Iserlohn Roosters war es am Donnerstagabend nun soweit. Und auch das Ergebnis war erfreulich. Mit 4:2 (1:2, 2:0, 1:0) setzten sich die Berliner durch und unterstrichen ihre Heimstärke. In dieser Saison haben die Eisbären damit auch nach sechs Spielen noch keinen Punkt in heimischer Halle liegen lassen und rangieren auf Platz zwei der Nordgruppe hinter Bremerhaven.

Wobei nach dem ersten Drittel noch eher kritische Töne angebracht waren. Sebastian Streu, der vom Kooperationspartner Lausitzer Füchse zurück nach Berlin beordert wurde, nachdem sich Mark Olver (Risswunde Wade) und Haakon Hänelt (Knie) am Dienstag in Düsseldorf (3:5) verletzt hatten, sagte: „Wir haben ganz gut angefangen, aber sie dann zu einfach ins Spiel drängen lassen.“ Damit meinte er vor allem die Entwicklung nach rund zehn Minuten. Leo Pföderl hatte den 1:0-Führungstreffer für den EHC erzielt (6.), ein Iserlohner Doppelschlag (9./11.) brachte die Gäste aber in Front. Und die Eisbären konnten sich glücklich schätzen, dass ein vermeintlich dritter Treffer der Roosters nur wenige Sekunden später wegen Torwartbehinderung nicht gegeben wurde. Gegen Ende des Drittels setzte Boychuk mit einer starken Aktion das Signal für den Umbruch in diesem Spiel, als er nach einer starken Aktion nur am Gästetorwart Andreas Jenike scheiterte.

Ein fulminantes Drittel der Eisbären

Den spielerischen Aufschwung kurz vor der Pause konnten die Hausherren aber mit in den zweiten Abschnitt nehmen. Nach einer halben Stunde waren es jetzt die Eisbären, die das Spiel mit einem Doppelschlag zu ihren Gunsten drehen konnten. Zunächst glich Kris Foucault (32.) aus, indem er den Puck nach Vorarbeit von Mark Zengerle in den Winkel hämmerte. Zweieinhalb Minuten später fälschte Giovanni Fiore einen Schuss von Ryan McKiernan ab. Es war zugleich der verdiente Lohn für ein dominantes Drittel, das einmal mehr offenbarte, zu welcher Wucht die Berliner in der Lage sind.

Im Schlussdrittel ging es dann aber wesentlich unaufgeregter zu. Zengerle sorgte mit dem 4:2 (49.) für das letzte Achtungszeichen und die Entscheidung. Dass Boychuk nun endgültig bei den Eisbären angekommen ist, war aus Berliner Sicht  eine ebenso wichtige Nachricht dieses Abends.