Berlin - Den ganz großen Unterhaltungswert hat es nicht, wenn die Eisbären dieser Tage zugange sind. Aber genau das steht für die aktuelle Stärke der Berliner. Sie überrollen ihre Gegner nicht, wie es oft in den Spielen der Norddivision der Fall war. Weshalb sie sich auch die eine oder andere Nachlässigkeit in der Abwehr erlauben konnten. Das 3:1 in Nürnberg war der Beweis, wie verlässlich die gesamte Mannschaft ihren defensiven Verpflichtungen derzeit nachkommt.

Der enge Terminplan schlaucht

Selten wirkte EHC-Trainer Serge Aubin derart zufrieden, als er das zuvor Gesehene analysierte. Er sagte: „Es war ein hässlicher Sieg, aber das ist egal, ein Sieg ist ein Sieg. Es zeichnet ein gutes Team aus, dass es einen Weg findet, solche Spiele zu gewinnen.“ Denn gerade diese Qualität ist eine entscheidende Weiterentwicklung zur vergangenen Saison. Da sorgten die Auftritte über die gesamte Saison hinweg für Vergnügen, egal ob die Eisbären als Sieger oder Verlierer vom Eis gingen. Um einen großen Coup zu landen, muss eine Mannschaft Wege finden, um knifflige Aufgaben wie in Franken zu bewältigen. Die „körperlich und für den Kopf hart war“, wie Aubin eingestand.

So langsam merkt man allen Mannschaften an, wie sehr dieser Terminplan schlaucht, der an eine dauerhafte Play-off-Runde erinnert. Für die Eisbären war es das fünfte Spiel seit dem Start der Nord-Süd-Zwischenrunde am 21. März, am Mittwoch kommen die Straubing Tigers nach Berlin (18.30 Uhr, Magentasport). Vier Siege aus fünf Spielen sind an sich schon ein erfolgreicher Zwischenwert. Gerade mal neun Treffer mussten die Torhüter bislang hinnehmen. „Unsere Defensive macht einen herausragenden Job, weil sie vor dem Tor für Ordnung sorgt und die entscheidenden Zweikämpfe gewinnt“, lobte Aubin. Wenn die Defensive Titel gewinnt, sind die Berliner auf dem besten Weg dorthin.

Matt White beendet Torflaute

Erfreulich aus Berliner Sicht ist zudem, dass auch die Stürmer ihre Ladehemmung ablegen. An Chancen mangelte es zuletzt wahrlich nicht. Aber so einfach es in der ersten Saisonphase schien, den Puck ins gegnerische Gehäuse zu jagen, so schwer taten sich Matt White und Co. zuletzt. Am Montag legte der US-Amerikaner diesen Makel ab und erzielte seine ersten beiden Treffer in dieser zweiten Saisonphase. Wofür es auch Extralob vom Trainer gab. „Matt spielt eine wichtige Rolle für uns. Es ist gut zu wissen, dass er wieder Erfolg hat.“ Denn auch eine funktionierende Offensive braucht es, wer das letzte Spiel einer Saison gewinnen will.