BerlinDie Eisbären und die anderen 13 Vereine der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben sich daran gewöhnen müssen, von Tag zu Tag zu denken. Nach der abgebrochenen Saison im März und dem zweimal verschobenen Saisonstart wagt es niemand, konkrete Prognosen für einen echten Neustart abzugeben. EHC-Geschäftsführer Peter John Lee gibt sich bei Telefonaten entsprechend zurückhaltend. „Wir müssen schauen, wie sich alles entwickelt“, gehört zu seinen Standardsätzen. Gerne würde er positive Nachrichten verkünden, dieses für alle und das Eishockey im Speziellen so schwierige Jahr hat alle Beteiligten viele Nerven gekostet.

Das geplante Testturnier, an dem zwischen dem 11. November und 12. Dezember acht DEL-Teams teilnehmen, ist ein Zwischenschritt. Dass Mannschaften wie Augsburg, Ingolstadt, Iserlohn, Köln, Nürnberg und Straubing nicht daran teilnehmen, liegt aber daran, dass der Saisonstart weiterhin ungewiss ist. Der 18. Dezember steht im Raum, aber angesichts der aktuellen Corona-Fallzahlen ist dieses Datum mit Vorsicht zu genießen.

Eisbären-Chef weiß um die Nöte des deutschen Eishockeys

Dennoch hat die DEL einen Plan entworfen, wie eine Saison unter den veränderten Rahmenbedingungen durchzuführen wäre. Bei einem Start kurz vor Weihnachten könnten bis zum Mai 52 Spiele stattfinden, wie das Fachblatt „Eishockey News“ berichtet. Dieses Szenario sieht allerdings keine Playoffs vor. Eigentlich unvorstellbar, denn die K.-o.-Runde ist der Höhepunkt einer jeden Saison. Die Hauptrunde gilt eigentlich nur als Vorgeplänkel. Allerdings weiß Lee um die Nöte in der Liga, er sagt: „Es geht nicht nur darum, was die Vereine wollen, sondern was sie in der aktuellen Lage können. Das Beste für die Eisbären ist, was am besten für die DEL ist.“

Entsprechend werden auch andere Modi diskutiert, wie man diese verkorkste Saison noch irgendwie retten kann. In der Überlegung ist ein Modell, wonach auf eine verkürzte Hauptrunde Playoffs folgen. Auch eine Unterteilung in eine Nord- und Südgruppe wird diskutiert. Wenngleich die Eisbären aufgrund ihrer Stellung im Osten Deutschland mit Ausnahme von Wolfsburg zu allen Standorten eine weite Anreise haben. Kein Team in der Liga muss pro Saison so viele Kilometer zurücklegen.

Das offenbart sich auch beim Testturnier, sofern es wie geplant über die Bühne geht. Mit den Gruppengegnern München, Mannheim und Schwenningen hätten es die Berliner logistisch kaum schwerer erwischen können. „Das wird eine Herausforderung, aber es ist eine wichtige Testphase, um zu sehen, wie alles läuft“, sagt Lee. „Wir müssen das genau planen.“ Denn Prognosen, wie ein solches neues Format genau abläuft, gibt es in Eishockey-Deutschland bislang keine.