Dem FC Bayern bereitet die umstrittene Partnerschaft mit Katar Kopfzerbrechen

Deutschlands Rekordmeister fliegt am Freitag ins umstrittene Trainingslager nach Doha. Zum letzten Mal? Noch ist die Zukunft mit Partner Qatar Airways offen.

Auftakt beim FC Bayern: Am Freitag geht es ins Trainingslager nach Katar weiter.
Auftakt beim FC Bayern: Am Freitag geht es ins Trainingslager nach Katar weiter.dpa/Matthias Balk

Wenn der FC Bayern am Freitag ins Trainingslager nach Katar fliegt, wird ein seit Jahren heiß diskutiertes Thema mit an Bord sein: Wie geht es mit dem umstrittenen Partner Qatar Airways weiter? Verlängern die Münchner trotz aller Widerstände aus Fankreisen den Vertrag noch einmal?

Vor der Abreise nach Doha wollte sich der Rekordmeister auf Anfrage nicht dazu äußern. Zuletzt hatten Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer nach der WM „intensive“ Gespräche mit der Fluggesellschaft angekündigt. Kahn wird im Laufe des Trainingslagers in Doha erwartet. Inwieweit es dabei zu Verhandlungen kommt, ist offen.

Die Debatten bei der WM haben das Emirat verstimmt

„Wir werden alles abwägen, und dann werden wir eine Lösung finden“, hatte Hainer bei der Mitgliederversammlung im Oktober gesagt. Konkreter wurde es seitdem nicht. Der Vertrag mit dem Sponsor, für den der Rekordmeister seit 2018 auf den Trikotärmeln wirbt, endet in diesem Jahr. Hainer räumte immerhin ein, dass ihm das Thema „schon Kopfzerbrechen“ bereite.

Man werde, so Hainer weiter, deshalb auch die Frage stellen, wie der FC Bayern „gesellschaftspolitisch dem Land helfen kann, sich weiterzuentwickeln“. Bei der WM waren viele deutsche Versuche, Einfluss zu nehmen und Zeichen zu setzen, ins Leere gelaufen.

Vielmehr sollen die hitzigen Debatten um Menschenrechte, um die „One Love“-Binde oder um das Mund-zu-Mannschaftsfoto der DFB-Auswahl im Emirat für Verstimmungen gesorgt haben. Die Sport Bild berichtete bereits, dass Qatar Airways den Kontrakt höchstens zu geringeren Konditionen verlängern würde. Bislang wird ein Jahresvolumen von 25 Millionen Euro kolportiert.

Geht es nach den Bayern-Fans, beendet der Rekordmeister die stark in der Kritik stehende Partnerschaft umgehend. Auch Nationalspieler Leon Goretzka hatte sich vor der WM klar positioniert. „Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass der Verein da auch im Sinne der Mitglieder handeln wird“, sagte er und hätte „persönlich nichts dagegen“, sollte der Deal beendet werden.

Zumal es für die Bayern-Bosse schwierig werden dürfte, eine Verlängerung bei den Diskussionen um Menschenrechtsverletzungen oder Arbeitsbedingungen, die schon bei der Jahreshauptversammlung 2021 zu Tumulten geführt hatten, zu rechtfertigen. Zu viel war auch bei der WM passiert – etwa als der katarische WM-Botschafter Khalid Salman Homosexualität als „geistigen Schaden“ bezeichnet hatte.

Die Bayern bewegen sich auf schwierigem Terrain. Auf der einen Seite ist es kaum möglich, die Haltung der Anhänger zu ignorieren. Auf der anderen Seite benötigen die Münchner im Kampf gegen die europäische Konkurrenz das Geld. Am Freitag fliegt der FC Bayern bis zum 12. Januar ins Trainingslager. Mit Qatar Airways nach Doha – zum elften Mal. Vielleicht zum letzten Mal?