Freut sich zusammen mit seinem Kollegen Florian Rieder über einen Dreierpack gegen Union: der Ex-Dresdner Zlatko Dedic (l.). 
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FeldkirchTestspielergebnisse sind Schall und Rauch. Sagt man. Und doch schmeckte Trainer Urs Fischer der Auftritt seiner Truppe im Vorarlberger Land überhaupt nicht. Nach 90 Minuten musste sich der 1. FC Union Berlin der WSG Swarowski Tirol am Freitagabend mit 0:3 (0:2) geschlagen geben.

Die besten Momente aus eiserner Sicht waren mit Sicherheit die beiden Trinkpausen. Erstens, weil sie bei rund 35 Grad dringend nötig waren. Und zweitens, weil in diesen Momenten Unions Hintermannschaft stabil und geordnet um Urs Fischer stand und nicht von der WSG – in der abgelaufenen Saison Schlusslicht in der Abstiegsrunde der österreichischen Bundesliga – wie zuvor im Spiel in Verlegenheit gebracht werden konnte.  

Was nicht gestimmt habe an diesem Tag, wurde Fischer hinterher gefragt. „Alles. Und damit ist alles gesagt“, meinte der Schweizer Übungsleiter, der vor der Partie von Feldkirchs Stadionsprecher als freundlichster Trainer der Bundesliga willkommen geheißen wurde. „Davon habe ich nichts mitbekommen“, meinte der 54-Jährige. Das war vor Spielbeginn und da war er schon im Tunnel.  

Dreierpack von Ex-Dresdner Dedic

Was er aber dann in den 90 Minuten mitbekam, schmeckte ihm wie gesagt wenig. Zu sehen bekam er einen Zlatko Dedic, der in Deutschland bereits für Paderborn, Dresden und Bochum spielte und der sich erstaunlich einfach in Szene setzen konnte. Und wahrscheinlich den ersten Dreierpack seiner Karriere gegen einen Bundesligisten überhaupt erzielen konnte. 

Beim 1:0 hatte er keine Mühe, einen Pass von Keven Yeboah zu vollenden, weil sich kein Unioner für ihn verantwortlich zeigte (21.). Beim 2:0 hatte hingegen Marvin Friedrich zu viel Körperkontakt aufgenommen, sodass Dedic das vom Elfmeterpunkt aus bestrafen konnte (37.). Und nach der Pause stand er wieder in der Schnittstelle goldrichtig, behielt trotz Gegenwehr den Ball mit etwas Glück am Fuß und konnte Jakob Busk ein weiteres Mal überwinden (63.). 

Fischer lässt keine Ausreden gelten

Müde Beine oder das Wetter wollte Fischer als Ausrede für diese herbe Pleite nicht gelten lassen. „Die anderen sind auch in der Vorbereitung“, meinte der Schweizer, der in den beiden Testspielen des Wochenendes – am Sonntag geht es in Friedrichshafen gegen Köln (17.30 Uhr) – mit gemischten Truppen antreten lässt. „Vielleicht war die Niederlage, in der Art und Weise, wie sie zustande kam, zum richtigen Zeitpunkt. So etwas passiert nun mal im Fußball. Ich kenne das selber. Als Spieler und als Trainer. Darüber müssen wir reden und können das dann abhaken“, meinte Fischer. Er hofft nun darauf, dass sein Team dieses 0:3 als Weckruf versteht. 

Wenn der Trainer der Partie überhaupt etwas Positives abgewinnen konnte, dann waren es die beiden Comebacks von Julian Ryerson und Sebastian Andersson, dem man anmerkte, dass er in der Vorbereitung längere Zeit aufgrund eines Magen-Darm-Virus gefehlt hat, und der daher nicht den frischsten Eindruck machte. „Beiden wird dieses Spiel gut tun, sie haben Minuten gemacht“, glaubt Fischer.