Den Überflieger geschlagen: Kombinierer Geiger glänzt in der Loipe

Vinzenz Geiger gelingt in Österreich der erste Saisonsieg. Die 16 Jahre alte Nathalie Armbruster kommt aufs Podest. Die Sportart kann jede Werbung gebrauchen.

Der deutsche Kombinierer Vinzenz Geiger schafft es in der Loipe von Rang 14 auf Platz eins.
Der deutsche Kombinierer Vinzenz Geiger schafft es in der Loipe von Rang 14 auf Platz eins.imago/Wolfgang Grebien

Bundestrainer Hermann Weinbuch kennt die Nordische Kombination seit Jahrzehnten und hat unzählige Rennen gesehen. Der Sieg von Vinzenz Geiger beim Weltcup in Ramsau am Dachstein nach einer grandiosen Leistung in der Langlauf-Loipe beeindruckte aber selbst den 62 Jahre alten Trainer-Routinier. „Es war eines der besten Rennen, was ich jemals gesehen habe“, sagte Weinbuch begeistert. „Es überrascht mich immer wieder. Jetzt bin ich schon so lange dabei, aber ab und zu bringt der Sport immer wieder grandiose Dinge hervor.“

Olympiasieger Geiger machte am Sonnabend im packenden zehn Kilometer langen Skilanglaufrennen einen Rückstand von 1:09 Minuten auf die Spitze gut. Der 25-Jährige hatte nach dem Skispringen von der Normalschanze noch auf Rang 14 gelegen. Für den Oberstdorfer war es der erste Saisonsieg nach zuvor drei dritten Plätzen in Serie.

Schwarzwälderin Nathalie Armbruster wird zweimal Dritte

„Das ist die perfekte Art, das Jahr 2022 zu beenden“, sagte Geiger. „Für mich war es ein perfektes Langlaufrennen.“ Rang zwei ging an Johannes Lamparter. Der Österreicher lief fünf Sekunden hinter Geiger ins Ziel. Dritter wurde der im Gesamtweltcup führende norwegische Ausnahme-Athlet Jarl Magnus Riiber, der nach dem Skispringen noch vorne gelegen hatte und als klarer Favorit in die Loipe gestartet war.

Das deutsche Team war insgesamt sehr zufrieden mit den Wettkampftagen in Österreich. Bei den Frauen hatte es die erst 16 Jahre alte Nathalie Armbruster zweimal als Dritte auf das Siegerpodest geschafft. Die Schülerin aus Freudenstadt, die für den SZ Kniebis startet, hatte es schon zwei Wochen zuvor im Lillehammer auf Rang drei geschafft und damit beim Saisonauftakt für das erste Podest einer deutschen Kombiniererin überhaupt gesorgt. Bereits im Sommer hatte die Schwarzwälderin schon mal einen internationalen Sommer-Grand-Prix gewonnen. Deutschlands Teammanager Horst Hüttel sprach an diesem Wochenende nun mit Blick auf die Tage von Ramsau von „Werbung“ für die Kombination.

Und die braucht die Traditionssportart tatsächlich auch. Den Männern droht das Olympia-Aus für die übernächsten Winterspiele im Jahr 2030. Die Frauen wurden für 2026 mit dem Hinweis auf zu wenig Leistungssport-Breite weltweit und zu geringe Fernsehquoten nicht ins Programm aufgenommen. Unterstützung erhalten die Sportlerinnen und Sportler allerdings auch aus anderen Disziplinen.

„Ich finde, das ist eine bodenlose Frechheit, dass sie überlegen, die Kombinierer rauszunehmen“, sagte Skispringer Karl Geiger beim Weltcup in Engelberg in der Schweiz. „Ich hoffe, dass sie das noch mal überdenken und die Damen der Kombinierer ins Programm aufnehmen. Das ist meiner Meinung nach höchste Zeit.“