BerlinEr wollte nicht. Was man auf den ersten Blick nicht nachvollziehen kann. Denn die Los Angeles Lakers sind im Basketball das Maß aller Dinge. Eine globale Marke, so groß wie kein anderes Team in der besten Liga der Welt, der NBA. Aktueller Meister, angeführt von den Superstars LeBron James und Anthony Davis, geprägt von Legenden wie Magic Johnson oder dem im Januar dieses Jahres bei einem Hubschrauberabsturz verstorbenen Kobe Bryant. Aber Dennis Schröder, nach dem Rücktritt von Dirk Nowitzki fraglos Deutschlands bester Basketballer, ist anders, tickt anders, er wollte bei Oklahoma City Thunder bleiben, dort die Nummer eins, das Gesicht der Franchise werden. Doch denkste! Künftig trägt Schröder die Farben der Lakers, weil die es so wollten und den gewünschten Wechsel über ein wahrhaft kompliziertes Tradingsystem auch dementsprechend forcieren konnten.

Schröder ist ein zuverlässiger Punktelieferant

Die wilde Entschlossenheit des Branchenführers, den Point Guard unter Vertrag zu bekommen, spricht aber auch für sich. Schröder, vor 27 Jahren in Braunschweig als Sohn einer Gambierin und eines Deutschen geboren, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zuverlässigen Punktelieferanten entwickelt. 18,9 waren es in der vergangenen Spielzeit im Schnitt. Er hat sich Respekt verschafft, nachdem er zunächst ein bisschen belächelt und entsprechend bei seinem ersten NBA-Klub, den Atlanta Hawks, von den Teamkollegen mit einem Mickey-Mouse-Rucksack und einer Baby-Born-Puppe ausgestattet wurde. Allein bei seinen Auftritten in der Nationalmannschaft konnte er den inzwischen doch sehr hohen Erwartungen wiederholt nicht gerecht werden, musste harsche Kritik einstecken, wurde in seiner Heimat gar als Ego-Shooter mit Hang zur Extravaganz und zum maßlosen Luxus diffamiert, was ihn nach der WM 2019 wiederum dazu bewog, seine Zukunft in der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes infrage zu stellen.

Nun also die Lakers, mit denen er beste Chancen hat, als zweiter Deutscher nach Nowitzki den Titel in der NBA zu gewinnen. Diese Aussicht dürfte den unwilligen Wechsler schon bald befrieden.