Yunus Malli stürmt künftig für die Eisernen.
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BerlinOliver Ruhnert hatte schon im Wintertrainingslager des 1. FC Union in Spanien versprochen: „Wenn wir auf dem Transfermarkt etwas Sinnvolles sehen, dann werden wir es tun.“ Allerdings nur, so hatte der Sportchef der Eisernen deutlich eingeschränkt, wenn der Neue das Team von Trainer Urs Fischer sofort und nachdrücklich verstärken könne. Und siehe da: Am Freitag präsentierte Ruhnert mit Leihspieler Yunus Malli einen, der den Köpenickern im Kampf um den Klassenerhalt mit großer Wahrscheinlichkeit helfen kann.

197 Bundesligaspiele (36 Tore, 25 Vorlagen) für den FSV Mainz 05 und den VfL Wolfsburg stehen in der Vita des 27-Jährigen. Im Januar 2017 zahlten die Niedersachsen gar 12,5 Millionen Euro an Mainz, um sich die Dienste des 25-maligen türkischen Nationalspielers zu sichern. Union bekommt den Offensiv-Allrounder nun für ein halbes Jahr zum Nulltarif, von den Gehaltskosten abgesehen, die sich die Eisernen, wie es in solchen Fällen Usus ist, wahrscheinlich mit dem VfL teilen. Sein Debüt wird Malli allerdings nicht beim Rückrundenauftakt am Sonnabend in Leipzig, sondern beim Testspiel am Sonntag gegen St. Gallen (14 Uhr) geben.

In der Offensive flexibel einsetzbar

„Mit Yunus Malli haben wir einen Spieler für uns gewinnen können, der das Team durch seine individuellen Qualitäten bereichern und uns als Mannschaft noch besser machen kann. Er ist in der Offensive flexibel einsetzbar, verfügt über große Erfahrung in der Bundesliga und soll unserem Angriffsspiel eine größere Kreativität und Variabilität geben“, schwärmte Ruhnert über den Coup, der Union im Idealfall einen Spielertyp sichert, den die Eisernen so noch nicht im Team haben.

Im Idealfall. Denn ähnlich euphorisch zeigte man sich in Köpenick vor einem Jahr, als es Ruhnert und den Eisernen gelang, den früheren portugiesischen Juniorennationalspieler Carlos Mané an die Wuhle zu lotsen. Auch Mané sollte im Aufstiegskader Fischers die vakante Rolle des technisch begabten Chancen-Kreateurs übernehmen, gilt bis heute aber als einziger echter Fehlgriff in der langen Reihe von Transfers, die Ruhnert für Union tätigte.

Wie der Portugiese seinerzeit bei Sporting Lissabon kam auch Malli unmittelbar vor seinem Wechsel zu Union nur auf Kurzeinsätze in der Europa League, obwohl er zuvor zweieinhalb Jahre zum Stammpersonal gehört hatte. Zuletzt warfen ihm die Beobachter in Wolfsburg vor, im rustikalen Balleroberungsspiel von Neu-Trainer Oliver Glasner zu wenig Verantwortung in der Defensive zu übernehmen. Ein Vorwurf, den er in Köpenick schleunigst ausräumen sollte. Ansonsten dürfte er auch unter Urs Fischer Probleme mit seiner Einsatzzeit bekommen.