Berlin - Viel größer kann der Gegensatz kaum sein. Noch vor wenigen Tagen testete der VfB Stuttgart zum letzten Mal in seiner Vorbereitung auf die neue Saison. Zu Gast im eigenen Stadion vor 25.000 Zuschauern war: der FC Barcelona. Wenn der Bundesligist am Sonnabend (15.30 Uhr) im DFB-Pokal zu seinem ersten Pflichtspiel der neuen Saison antritt, wird alles gleich mehrere Nummern kleiner als bei der 0:3-Niederlage gegen den katalanischen Weltverein sein. Glaubt man Andreas Pollasch, so kann das sogar die kleine Chance für die große Überraschung sein. „Das Stadion ist klein, es ist eng, es ist eklig und genau das ist unser Vorteil. Vor allem mit unseren Fans im Rücken“, sagt der Kapitän des BFC Dynamo.

Der BFC spielt diesmal im Sportforum

Knapp drei Jahre ist es her, da hatte der Regionalligist zum bislang letzten Mal im DFB-Pokal gespielt. Damals im Olympiastadion nicht das Finale, sondern das Erstrundenspiel gegen den 1. FC Köln mit 1:9 verloren. Jetzt darf der BFC auf eigenem Platz im Sportforum spielen. Und das, Stand Mittwoch, wie bereits im Punktspiel gegen Energie Cottbus vor 2000 Zuschauern. Allerdings sind die Verantwortlichen recht zuversichtlich, dass sie noch mehr Fans Einlass gewähren können. Von 3800 Zuschauern war am Mittwochmittag im Rahmen einer Pressekonferenz die Rede. Sollte es die Genehmigung für dieses Vorhaben geben, gäbe es am Freitag von 8 bis 22 Uhr eine Sonderöffnungszeit zum Erwerb der Tickets für das Spiel gegen den VfB Stuttgart.

Für Christian Benbennek ist das Spiel „ein Highlight, das die Mannschaft sich erkämpft und erspielt hat“. Und es ist vor allem auch deshalb so besonders, weil die Spieler, die sich über den Landespokal überhaupt erst für diesen Wettbewerb qualifiziert haben, auch den Lohn dieser Leistung ernten können. „Wir haben den Vorteil, dass die Pokalhelden weiter zu unserem Kader gehören – deshalb ist es ein Bonusspiel für die Jungs, die den Pokal geholt haben“, sagt der BFC-Trainer. Andreas Pollasch ist so ein Pokalheld. Beim 3:0-Sieg gegen Viktoria '89  hatte der Kapitän im Halbfinale das 1:0 erzielt und auch im Endspiel Ende Mai war Pollasch für den ersten Treffer beim 2:1-Sieg gegen den Berliner AK verantwortlich. Doch erst vor wenigen Tagen hatte das DFB-Bundesgericht auch die Revision von Blau-Weiß Berlin abgewiesen und den BFC damit zum Landespokalsieger erklärt.

VfB Stuttgart hat personelle Probleme

Das brachte Fans, Spieler und Trainer zwar nicht nachträglich in den Genuss, ihr Vereinslogo in der Kugel der Erstrunden-Auslosung zu sehen, beschert dem Verein aber am Sonnabend das Duell mit dem Erstligisten aus dem Schwabenländle. Dass der nach zahlreichen Verletzungen und mehreren Corona-Fällen im Team personell angeschlagen nach Berlin reisen wird, ändert für Christian Benbennek allerdings nichts an den Kräfteverhältnissen. „Es ist die Frage, sind sie richtig, richtig, richtig stark oder sind sie richtig überragend superstark an diesem Tag. Die Rollen sind klar verteilt, egal wie Stuttgart anreist“, sagt der Trainer.