Berlin - Der BFC Dynamo ist Landespokalsieger 2021. Im Finale des in diesem Jahr doch etwas fragwürdig zu Ende gebrachten Wettbewerbs bezwang die Elf von Trainer Christian Benbennek im Mommsenstadion den Berliner AK mit 2:1 (0:0).  Die Treffer für die Weinroten, die 50 Minuten in Überzahl spielten, erzielten Kapitän Andreas Pollasch (49.) und Matthias Steinborn (87.), für den BAK markierte Nader El-Jindaoui in der 90. Minute den Anschlusstreffer. Da der Einspruch von Oberligist Blau-Weiß 90 gegen die Beendigung des Wettbewerbs mit den fünf verbliebenen Regionalligisten am Vortag abgewiesen worden war, darf Dynamo nun tatsächlich auf einen kleinen Geldsegen hoffen. Denn in der ersten DFB-Pokalrunde (6. bis 9. August) gibt es für den BFC womöglich einen Gegner mit einem ganz großen Namen.

Nervenaufreibende, vom zähen Warten geprägte Tage hatten die Spieler beider Teams hinter sich. Wegen der Corona-Pandemie waren sie im Kurzarbeit-Modus, mussten sich über Monate hinweg im Hometraining fithalten. Im regelmäßigen Mannschaftstraining stehen sie erst seit wenigen Wochen. Und ihr erstes Pflichtspiel im Jahr 2021 konnten sie erst am vergangenen Wochenende bestreiten. Dabei hatte der BFC wider Erwarten den Drittliga-Aufsteiger Viktoria 89 mit einem 3:0 aus dem Pokalwettbewerb besiegt, der BAK wiederum hatte im zweiten Halbfinale die VSG Altglienicke gar 4:0 besiegt, was ebenso als Überraschung gewertet werden durfte. 

Steinborn findet nicht ins Spiel

In der direkten Auseinandersetzung war der BAK zunächst das dominante Team, wenngleich sich diese Überlegenheit dann doch immer wieder in den gegnerischen Abwehrbeinen verlor. Mitunter etwas ungelenk geführte Zweikämpfe prägten das Geschehen, ja, da war kaum ein Miteinander auszumachen. Der BFC offenbarte gravierende Schwächen im Aufbauspiel, sodass ein guter Fußballer wie Matthias Steinborn überhaupt nicht ins Spiel fand.

Erst in der 26. Minute gab es im zuschauerfreien Oval einen ersten Moment der Torgefahr, als BAKs Ali Abu-Alfa nach einem Zuspiel in die Tiefe an den Ball kam, sein Schuss von einem Verteidiger aber noch auf Kosten eines Eckstoßes entschärft werden konnte. Auch im Anschluss waren die Jungs aus Moabit für die Aufreger verantwortlich. Zunächst zwang Nader El-Jindaoui, der seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung versetzt hatte, Dynamo-Keeper Kevin Sommer zu einer Fußabwehr (34.). Und schließlich trat Ugur Tezel als traurige Gestalt in Erscheinung. Innerhalb weniger Minuten spielte der 24-Jährige zweimal Foul, sah dafür die Gelb-Rote Karte, was seine Kollegen als Handicap mit in die zweite Spielhälfte nahmen (43.). 

Vom Wiederanpfiff weg war der BFC dann auch präsenter, viel öfter am Ball und viel öfter am gegnerischen Strafraum. So wie in der 49. Minute, als man sich im Nachsetzen einen Freistoß an der Strafraumgrenze erarbeitete. Marvin Kleihs, der durchaus begabte Freistoßschütze, trat den Ball nach innen, auf den zweiten Pfosten, wo sich Andreas Pollasch in die Flanke warf. Per Kopf erzielte der BFC-Kapitän die Führung für sein Team, nahm an Eckfahne den Jubel seiner Kollegen auf, während draußen vor dem Stadion etwa 40 Dynamo-Anhänger etwas Rabatz machten.

El-Jindaoui zieht in der Schlussminute einen Elfmeter

Nach etwas mehr als einer Stunde hatte der BFC in Gestalt von Andor Bolyki die Chance zur Vorentscheidung, allerdings agierte der Ungar nach einer Flanke von Alexander Siebeck bei seinem Kopfballversuch zu zaghaft, bestätigte damit den Verdacht, dass er im Endeffekt nicht wirklich ein Torjäger ist. 

Der BAK wiederum konnte die Partie zwar ausgeglichen gestalten, kam aber letztlich nur noch zweimal gefährlich vors Tor des BFC. Beim ersten Mal verfehlte El-Jindaoui mit seinem Linksschuss das Ziel, beim zweiten Mal, in der 90. Minute, zog der auffälligste Spieler des Nachmittag einen Elfmeter. Drei Minuten zuvor allerdings hatte Steinborn nach einem Konter bereits das 2:0 für den BFC erzielt. El-Jindaoui verwandelte den Strafstoß sicher, brachte für ein paar wenigen Minuten die Hoffnung zurück, mehr aber auch nicht.