Tadellose Ballbehandlung: Ronny demonstriert sein Können beim Sechstligisten 1. FC Novi Pazar.
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BerlinDer ehemalige Hertha-Profi Ronny ist zurück in Berlin. Nicht in der Bundesliga, was ja möglich wäre: Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen, auch im Fußball. Nein, Ronny engagiert sich einige Etagen Tiefer. Der Berlin-Ligist 1. FC Novi Pazar hat sich die Dienste des einstigen Hammerfußes der Blau-Weißen gesichert. Linke Klebe zur rechten Zeit?

Jedenfalls gab der Neuköllner Klub die frohe Botschaft am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Aufmerksamkeit der Medien war dem Sechstligisten damit gewiss. Schließlich genießt Ronny einen Ruf wie Donnerhall, im wahrsten Sinne des Wortes. „Ein Bumms wie ein Pferd“ habe der Brasilianer, sagte vor einiger Zeit Thomas Häßler, der Welt- und Europameister, der als Trainer des BFC Preussen noch eine Etage tiefer tätig ist als der von ihm Belobigte, in der siebten Liga nämlich, dessen Expertise aber nach wie vor Gewicht hat.

Ronny ist inzwischen 34 Jahre alt. Er ist seit einigen Tagen in Berlin und hielt sich bisher bei einem Privatcoach fit, was auch immer das heißen mag. Parallel soll er etliche Angebote sondiert haben. Ronny liebäugelt mit einer Karriere als Trainer. Das Alter dazu hat er. Und eine junge Mannschaft, die eine starke Führungshand gut gebrauchen kann, hat er nun auch. Sechs Champions-League-Spiele und 57 Bundesliga-Partien hat Ronny vorzuweisen.

Er ist nicht der erste Brasilianer, der in den tieferen Gefilden des deutschen Fußballs seiner Karriere neuen Schwung verleihen will. Der frühere Werder Ailton etwa versuchte sich vor einem Jahrzehnt in der Niederrheinliga beim KFC Uerdingen und kickte dort gegen Klubs mit so klangvollen Namen wie SV Hönnepel-Niedermörmter. Der als Kugelblitz von den Fans verehrte Profi verschwand 2013 nach einem mehr oder weniger umjubelten Engagement bei Hassia Bingen vom hiesigen Fußballradar.