DresdenEr lächelt eigentlich fast immer. Doch nach dem 3:0-Erfolg in der Dritten Liga gegen den SV Meppen strahlte Ransford Königsdörffer besonders. Denn der 19 Jahre alte Offensivspieler von Dynamo Dresden avancierte zum Matchwinner. „Ich werde bestimmt noch ein paar Videos vom Spiel angucken“, sagte das in Berlin geborene Fußball-Talent. Königsdörffer, einst bei Hertha BSC in der Jugend aktiv, war mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblich am Sieg beteiligt.

Viel besser hätte es für den Youngster nicht laufen können. „Ja, das war eine perfekte Woche für mich“, gab er zu. Denn erst am Donnerstag verkündete Dynamo die Vertragsverlängerung mit den Stürmertalent bis 2023. Nur zwei Tage später erzielte der Angreifer sein erstes Pflichtspiel-Tor für den Fußball-Drittligisten. „Aber ich werde sicher nicht die ganze Woche darüber reden.“

Das machen derzeit andere. Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker ist voll des Lobes für seinen Schützling. „‚Ransi‘ ist nach seinen überzeugenden Leistungen in der vergangenen Saison bei der U19 und den ersten Schritten im Profi-Bereich bereits eine echte Alternative in unserem Drittliga-Team geworden und arbeitet in jedem Training hart, um sich weiter zu verbessern“, erklärte der 50-Jährige. Bereits Anfang Februar wurde Königsdörffer mit einem Lizenzspielervertrag bis Sommer 2022 ausgestattet. Der wurde nun vorzeitig ausgeweitet.

Bei Dynamo hegen sie große Hoffnungen auf das Talent. In der vergangenen A-Junioren-Bundesliga erzielte Königsdörffer in 19 Spielen 13 Tore und bereitete fünf weitere vor. Im Dezember 2019 feierte der Stürmer beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg sein Profi-Debüt in der 2. Bundesliga. Es folgten sechs weitere Einsätze im Unterhaus.

„Ich habe nicht unbedingt daran gedacht, dass die Profikarriere noch so früh oder überhaupt noch klappt“, gab Königsdörffer in seinem ersten Interview als Profi im Sommertrainingslager zu. Denn mit 17 Jahren schien seine Karriere bereits beendet, als sich der Angreifer das zweite Mal binnen eines Jahres den Meniskus riss – einmal im linken, einmal im rechten Knie.

Bei Hertha BSC glaubte keiner mehr an Königsdörffer

Dass er überhaupt noch Fußball spielen kann, ist nicht selbstverständlich. Beim Hauptstadt-Club Hertha BSC, dessen Nachwuchsabteilungen Königsdörffer durchlief, glaubte man nicht mehr an den Angreifer. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert. Das Angebot aus der sächsischen Landeshauptstadt kam zum richtigen Zeitpunkt.

Anderthalb Jahre später ist der Jungprofi so etwas wie der erste Gewinner der noch jungen Saison. Königsdörffer, dessen Vater aus Ghana stammt, verdrängte sogar Neuzugang Panagiotis Vlachodimos aus der Startformation. Sein Startelf-Einsatz gegen den SV Meppen war bereits der vierte in der noch jungen Saison. Nur einmal stand der Neymar-Fan überhaupt nicht auf dem Feld.

Nun will Königsdörffer weitere Taten folgen lassen. Bereits am Samstag beim FC Saarbrücken kann er seine ansteigende Formkurve erneut unter Beweis stellen. Dynamo-Coach Markus Kauczinski bescheinigt ihm jedenfalls großes Potenzial: Das Talent hat ihn bis hierher gebracht, aber der Weg ist nicht zu Ende.