Verwirrt von unterschiedlichen Corona-Testergebnissen: Benoît Paire.
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Berlin/HamburgKontraste in den Zeiten der Coronavirus-Pandemie: Während Angelique Kerber bei Instagram locker-lässig lächelnd auf der Treppe ihres Privatjets nach Paris posierte, hockte Profikollege Benoît Paire wie ein Häuflein Elend in den Katakomben des Tennisstadions am Hamburger Rothenbaum. Zermürbt von drei Tests binnen fünf Tagen mit unterschiedlichen Resultaten und nach eigener Einschätzung übermüdet, erklärte der Franzose seinen spontanen Ausstieg aus dem Traditionsturnier. „Ich verstehe das alles nicht mehr, das macht so keinen Spaß“, sagte der 31-Jährige, nachdem er seinem Gegner Casper Ruud aus Norwegen beim Stand von 4:6 und 0:2 den Sieg überlassen hatte.

Die Leichtigkeit vergangener Jahre mit großen Tennisfesten in Melbourne, Paris, London und New York ist dem Wanderzirkus in der Pandemie verloren gegangen – schon bei den US Open stand „der Fall Paire“ sinnbildlich dafür. Positiv getestet wurde er aus dem Turnier genommen, weitere Spieler waren betroffen, die Verwirrung erfasste Veranstalter, Spieler und Fernsehzuschauer. Wenige Tage vor dem ersten Aufschlag bei den French Open steht Paire nun erneut im Mittelpunkt.

Der 31-Jährige war in der Hansestadt zweimal positiv (nicht infektiös) und am Dienstag negativ getestet worden. Diese Unsicherheit zermürbte Paire sichtlich, in Paris will er dennoch spielen, wenn die erforderlichen Corona-Tests negativ ausfallen. Schon das Warten auf das Ergebnis kann dabei aber zur Qual werden, wie der Argentinier Diego Schwartzman berichtet.

„Der erste Test ist das Schlimmste vor dem Turnier. Man sitzt und wartet auf das Ergebnis. Und erst wenn auch der zweite Test negativ ist, kann man das Turnier ein bisschen genießen und hoffen, gutes Tennis spielen zu können“, sagte Schwartzman, der nach seinem Finaleinzug in Rom auf das Turnier in Hamburg verzichtete und frühzeitig nach Paris reiste.

Jan-Lennard Struff hingegen, beim Rothenbaum-Turnier in Runde eins an dem Russen Karen Chatschanow gescheitert, fährt erst am Donnerstag nach Paris – und zieht dabei auch wegen der Infektionsgefahr den Zug dem Linienflug als Verkehrsmittel vor. Auch der deutschen Nummer zwei aus Warstein ist angesichts der aktuellen Situation nicht ganz wohl in seiner Haut.

„Nach dem ersten Test dürfen wir auf der Anlage trainieren, dann müssen wir 48 Stunden später einen zweiten Test nachlegen“, berichtete Struff. Das gleiche Prozedere gilt natürlich auch für Alexander Zverev. Der US-Open-Finalist geht ohne jede Matchpraxis in das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. An einem Start in seiner Geburtsstadt war Zverev nicht interessiert, somit entging er auch der Aufregung, dem die Tennistour während der Corona-Pandemie ausgesetzt ist. In Paris ist aber auch Zverev wieder mittendrin.