Berlin - Während in der Meisterschaft bei den Männern sich bereits jetzt ein Erfolg des FC Bayern München abzeichnet, geht es bei den Frauen spannender zu. Dank des VFL Wolfsburg  und nicht zuletzt wegen Almuth Schult. Sie hielt am Sonnabend in der Nachspielzeit mit der x-ten Glanzparade den Sieg gegen den FC Bayern München im packenden Gipfeltreffen fest. Während die Wolfsburgerinnen den Sieg ausgelassen feierten, herrschte beim entthronten Bundesliga-Spitzenreiter Frust.

„Wir haben ein tolles Spiel gemacht, aber Fußball ist grausam“, sagte Trainer Jens Scheuer im Bayerischen Rundfunkt. Denn trotz bester Chancen unterlagen die Meisterinnen aus München in einem intensiven Duell im eigenen Stadion 0:1 (0:0).

Wie umkämpft es in der Frauen-Eliteklasse zugeht, zeigt die Tabelle. Der Pokalsieger Wolfsburg zog am 8. Spieltag mit 19 Zählern am favorisierten FC Bayern (18 Punkte) vorbei an die Spitze. Gleichauf mit München liegt Eintracht Frankfurt nach einem 6:0 (4:0) gegen Aufsteiger Carl Zeiss Jena.

Im FC Bayern Campus sahen 1931 Zuschauende, darunter Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, wie ausgerechnet die frühere Münchnerin Kathrin Hendrich (69.) per Abstauber zeigte, dass Effektivität ein Spitzenspiel entscheiden kann. Und wie Schult mit starken Reflexen wie in besten Zeiten vor der Geburt ihrer Zwillinge im vergangenen Jahr den VfL in der Partie hielt.

Dabei war die Nationaltorhüterin am Vortag durch eine Erkältung angeschlagen. „Im Spiel hat man ihr überhaupt nichts angemerkt, das unterstreicht noch mehr ihre Qualität“, sagte VfL-Coach Tommy Stroot. Auch Voss-Tecklenburg lobte die 30-Jährige, die in der DFB-Auswahl seit ihrer langen Pause Merle Frohms (Eintracht Frankfurt) als Nummer eins den Vortritt lassen muss, als „Stabilisator“ und „guten Coacher“.

Scheuer indes wollte seinem Team keine Vorwürfe machen. Sein Unmut fokussierte sich direkt nach dem Spiel auf das Schiedsrichterinnen-Gespann um Karoline Wacker (Backnang), die dem aufgebrachten Bayern-Coach schon in der Halbzeit im Kabinengang die Gelbe Karte wegen Meckerns gezeigt hatte.

Dass die Topteams ins Straucheln geraten, liegt auch an der zusätzlichen Belastung durch die neue Gruppenphase der Champions League. Hier sind die Bayern bereits am Mittwoch im Rückspiel gegen Rekordsieger Olympique Lyon (Hinspiel 1:2, 21 Uhr) gefragt, die TSG Hoffenheim empfängt vorher Titelverteidiger FC Barcelona (0:4, 18.45 Uhr), Wolfsburg hat am Donnerstag (21 Uhr, DAZN) Juventus Turin (2:2) zu Gast.