AueEin Zweitliga-Spitzenspiel mit Beteiligung des Hamburger SV ist grundsätzlich erst einmal nichts Besonderes. Der einstige Bundesliga-Dino wirkt auch im dritten Jahr im Unterhaus, als gehöre er da eigentlich nicht hin. Ein Zweitliga-Spitzenspiel mit Beteiligung des FC Erzgebirge Aue ist hingegen fast schon kurios.

Seit fünf Jahren hält sich der kleine Traditionsklub aus Sachsen nun schon wieder in der Zweiten Bundesliga, fliegt seit jeher unter dem Radar, hat weder mit dem Abstieg noch mit dem Aufstieg ernsthaft etwas zu tun und macht dabei einen richtig guten Job. So gut, dass am Mittwoch sogar der Sprung an die Tabellenspitze möglich ist, sollten die noch ungeschlagenen Auer den ebenfalls noch ungeschlagenen HSV im Volksparkstadion besiegen.

Und die Veilchen fahren mit einer breiten Brust an die Elbe. Stürmer Florian Krüger, auf den im Sommer auch der 1. FC Union ein halbes Auge geworfen hatte, betont beim MDR: „Es ist ein frühes Spitzenspiel in dieser Saison und wir sind nicht chancenlos. Wir fahren nach Hamburg, um zu gewinnen und Tabellenführer zu werden.“

Eine markige Ansage, die auch HSV-Trainer Daniel Thioune aufhorchen lässt. Der hat ohnehin großen Respekt vor Krüger und seinem Sturmpartner Pascal Testroet: „Das ist eine sehr gefährliche Offensive. Pascal Testroet geht mit seinem Körper in jeden Ball hinein, und Krüger ist sehr umtriebig und steuert viele Laufwege an.“

Anfang Oktober war das Spiel kurzfristig wegen zwei unklarer Corona-Tests der Auer abgesagt worden, am Mittwochabend (18 Uhr) kommt es nun zum Aufeinandertreffen, allerdings vor 1000 statt vor 4500 Zuschauern. Wie der HSV am Montagabend dazu mitteilte, hatte das Gesundheitsamt Altona den Verein über die Beschränkung der Zulassung informiert, nachdem im Stadtgebiet Hamburgs die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro Tag auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde.

Am Nachholspiel nicht mitwirken kann indes Ex-Unioner Toni Leistner. Der Innenverteidiger brummt nach seiner Roten Karten beim 1:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth eine Zwei-Spiele-Sperre ab. Für ihn kehrt U21-Nationalspieler Stephan Ambrosius in die Mannschaft der Hamburger zurück, der seine Corona-Infektion mittlerweile auskuriert hat.

Sorgen vor einer frühzeitigen Überbelastung durch die englische Woche hat indes keiner der Kontrahenten. „Ich werde wie alle anderen zwischen den Spielen gut regenerieren und auf dem Platz alles rausfeuern“, erklärt Florian Krüger. Was gibt man nicht alles für die Tabellenführung.