Berlin - Für Viktoria Berlin wird der Kampf gegen den Abstieg aus der dritten Fußball-Liga zum Kopf-an-Kopf-Rennen. Einen Tag nach dem enorm wichtigen 2:1-Sieg der Berliner gegen den 1. FC Saarbrücken schloss der auf dem ersten Abstiegsplatz liegende SC Verl durch einen 3:0-Erfolg über Wehen Wiesbaden auf und hat nun mit 36 Punkten einen Zähler weniger als Viktoria, allerdings auch ein Spiel weniger. „Wir schauen nicht auf die anderen Mannschaften um und hinter uns“, sagte Viktoria-Trainer Farat Toku über das enge Rennen um den letzten Absteiger, bei dem die Berliner auf die Ergebnisse der Konkurrenten angewiesen sind.

Eine Woche nach der deprimierenden 0:3-Niederlage beim durch den Viktoria-Sieg jetzt feststehenden Absteiger Würzburger Kickers zeigte das Team immerhin die richtige Einstellung, die Toku in Franken vermisst hatte. Erst konnte seine Mannschaft den 0:1-Rückstand ausgleichen und in der Nachspielzeit sogar noch über den Siegtreffer des Finnen Kimmo Hovi jubeln. „Die Überzeugung innerhalb des Teams war heute sehr deutlich zu spüren“, so der Trainer.

Durch den Rückzug von Türkgücü München erhalten die kommenden beiden letzten Spieltage der Saison eine besondere Brisanz. Viktoria, das am kommenden Spieltag bei den Münchnern hätte antreten müssen, muss nun zuschauen, wie sich die Kontrahenten schlagen und empfängt am finalen Spieltag am 14. Mai den SV Meppen. Somit sind für die Berliner maximal 40 Punkte drin.

Verl muss bei Borussia Dortmund II antreten und empfängt am letzten Spieltag den MSV Duisburg, der mit 38 Zählern ebenfalls noch nicht gerettet ist, aber insgesamt noch drei Spiele austragen kann. Die mit jeweils 39 Zählern ebenfalls noch gefährdeten Hallescher FC und Viktoria Köln haben noch zwei Chancen.

Toku selbst nimmt den Rechenschieber nicht in die Hand, sondern legt den Fokus gleich auf das Finale im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen das bereits gerettete Team aus dem Emsland. „Wir werden unter der Woche nicht weniger machen und dafür verstärkt in die Details gehen“, sagte der 42-Jährige, der bedauert, dass die Zwangspause einen kleinen Riss nach sich zieht: „Den Rhythmus zu behalten, wäre ein Vorteil gewesen.“

Um ein wenig den Wettbewerbsrhythmus zu erhalten, ist Toku auf der Suche nach einem Testspielgegner. „Das wäre hilfreich. Aber alle anderen Mannschaften befinden sich jetzt ebenfalls im Endspurt. Darum wird es schwer, einen Gegner zu finden“, sagte Toku. So wird der Trainer alles daran setzen, die Stimmung nach dem Sieg über Saarbrücken nach dem Last-minute-Treffer durch Kimmo Hovi, die sich mit kräftigen Gesängen in der Kabine fortsetzte, hochzuhalten: „Die Überzeugung innerhalb des Teams war sehr deutlich zu spüren. Das war ein klares Signal an die anderen Vereine, die mit unten stehen.“