Oben bleiben! Die Ansage von Union-Trainer Urs Fischer vor dem entscheidenden Spiel gegen den SC Paderborn ist klar.
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Berlin-KöpenickUrs Fischer sieht erleichtert aus. Der 2:1-Erfolg beim 1. FC Köln hat offensichtlich nicht nur beim Team des 1. FC Union, sondern auch bei dessen Trainer für Entspannung gesorgt. „Ich glaube, wenn man die Tabelle anschaut, sieht man, wie wichtig die drei Punkte in Köln waren“, erklärt der 54 Jahre alte Übungsleiter der Eisernen vor dem bereits am Dienstag (20.30 Uhr) anstehenden Duell mit dem SC Paderborn.

Wer auf Fischers Empfehlung tatsächlich das Tableau betrachtet, bemerkt, dass sich die Köpenicker – nach einer fünf Spiele währenden Sieglos-Serie seit dem Wiederanpfiff der Bundesliga – allein mit dem Sieg in der Domstadt tatsächlich so viel Luft im Abstiegskampf verschaffen konnten, dass schon mit einem weiteren Sieg gegen die vom früheren Unioner Steffen Baumgart trainierten Paderborner der Klassenerhalt feststehen könnte. Nicht nur theoretisch, sondern rechnerisch, bombensicher, zwei Spieltage vor dem Saisonende.

Eine Überraschung für den Erfolgstrainer? Nicht wirklich. „Natürlich haben wir daran geglaubt, dass wir den Klassenerhalt auch schon zu diesem Zeitpunkt erreichen können. Davon waren wir sogar überzeugt“, erklärt der zumeist eher zurückhaltende Schweizer mit Nachdruck, präzisiert aber auch: „Wir wissen natürlich, dass nur wenige uns das tatsächlich zugetraut haben, als Aufsteiger ohne Erfahrung in der Bundesliga.“ Wenn man es so sehe, so Fischer, sei der Klassenerhalt etwas Außergewöhnliches, „eine Sensation“ sogar, für die er sein ganzes Team schon jetzt lobt: „Wir sind weder panisch geworden, als es nicht gut lief, noch euphorisch, als man uns schon frühzeitig gratulieren wollte. Uns hat nichts aus der Bahn geworfen.“

Klassenerhalt auch bei Niederlage

Doch bevor die besagte Sensation bejubelt werden darf, mahnt der Trainer dann doch noch einmal: „Rechnerisch ist noch gar nichts entschieden. Auch für Paderborn geht es noch um etwas, die werden uns nichts schenken.“ Während das Tabellenschlusslicht jedoch, drei Siege aus den verbleibenden drei Spielen vorausgesetzt, bestenfalls den Relegationsplatz erreichen kann, könnte Union sogar bei einer Niederlage sicher gerettet sein, wenn am Dienstag Bremen (gegen den FC Bayern) und am Mittwoch Düsseldorf (gegen RB Leipzig) verlieren. Rechenspiele, auf die sich Urs Fischer jedoch nicht einlassen will: „Einfach auf Mittwoch zu warten, ist nicht unser Anspruch.“

Völlig zu Recht, denn nach einer solchen Saison dürfen die Eisernen gerne das Selbstbewusstsein haben, für das Sahnehäubchen selbst sorgen zu wollen.