Die Chicago Cubs während eines Trainingsspiels im menschenleeren Wrigley Field. Ein Bild, an das sich die Liga gewöhnen müssen wird.
AFP

BerlinWenn die Major League Baseball (MLB) in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch endlich in ihre Saison startet, sollte das für viele US-Amerikaner eigentlich ein Grund zur Freude sein. Schließlich gilt kaum ein Sport als so amerikanisch wie Baseball. Es geht um das Duell Mann gegen Mann, um Kraft genauso wie um Cleverness und mindestens ebenso sehr um gutes, oft fettiges Essen und das stimmungsvolle Miteinander von Gleichgesinnten in den Sportstadien, das die Amerikaner so lieben. Doch der Nationalsport der USA steckt derzeit ebenso tief in der Krise wie das Land selbst. Und wie auf nationaler Ebene startete die Misere nicht etwa mit, sondern schon lange vor der Corona-Pandemie.

Im Fall der MLB begann zunächst alles mit einem Mülleimer. Im November 2019, kurz nach dem Ende der vergangenen Saison, deckte ein namhaftes Team von Sportjournalisten für das Online-Portal „The Athletic“ auf, dass die Houston Astros in ihrer Meistersaison 2017 betrogen hatten. Trainer A.J. Hinch und sein Assistenztrainer Alex Cora, der ein Jahr später als Chefcoach der Boston Red Sox erneut Meister wurde, hatten über weite Strecken der Saison mit Hilfe einer Kamera die geheimen Handzeichen zwischen den gegnerischen Pitchern und ihren Catchern ausgewertet und ein System entwickelt, um den eigenen Schlagleuten mit Hilfe eines Mülleimers zu signalisieren, welche Art von Wurf sie erwartet. Klopfte der Trainer auf den Mülleimer, sollte der Schlagmann schlagen, klopfte er nicht, sollte er den Ball passieren lassen.

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