Bayern-Legende Hermann Gerland (links)
Foto: Sven Hoppe/dpa

MünchenWenn am Sonnabend um 18.30 Uhr das Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund angepfiffen wird, kehrt eine Fußball-Legende auf die Bundesliga-Bühne zurück. Hermann Gerland (65) springt als Assistent von Münchens Interimscoach Hansi Flick (54) ein.

Gerland ist ein Bayern-Urgestein. Der frühere Bochumer Profi (204 Spiele für den VfL) trainierte von 1990 bis 1995 die Amateure des Vereins und steht seit 2001 ununterbrochen in Diensten des Rekordmeisters. Er war bereits Assistent unter Pep Guardiola, Jupp Heynckes, Louis van Gaal, Carlo Ancelotti, Sören Lerby und Erich Ribbeck. Seit Sommer 2018 ist er Leiter der Münchner Nachwuchsabteilung.

"Hermann ist sehr erfahren. Er kennt die Mannschaft, er kennt die Abläufe, er kennt den gesamten FC Bayern. Deshalb war es mein Wunsch, mit ihm zusammenzuarbeiten", sagt Flick, der nach der Trennung des deutschen Rekordmeisters von Niko Kovac zum Cheftrainer auf Zeit befördert wurde.

Hermann Gerland genießt bei den Fans des FC Bayern Kultstatus

Bei den Fans des FC Bayern genießt Gerland Kultstatus. Wenn es um Talente geht, ist das Auge des „Tigers“ legendär. Zahlreiche Eigengewächse der Münchner gingen durch seine Schule. Viele schafften anschließend den Sprung in den Profifußball – darunter die Weltmeister Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller.

Geboren am 4. Juni 1954 in Bochum war Hermann Gerland der älteste Sohn einer Bergmann-Familie. „Als mein Vater starb, war ich neun Jahre alt“, sagt er. „Wir waren vier Kinder, und wir waren arm.“ Diese Zeit habe ihn geprägt. Pflichtbewusstsein, Leistungsbereitschaft, Einsatzwille - damit hat Gerland den Sprung in den Profifußball geschafft. „Ich bin ein Malocher-Typ, der den Fußball liebt und nicht die Show“, beschreibt er sich selbst. Co-Trainer sei sein Traumjob: „Ich will nicht im Mittelpunkt stehen.“

Wie „besessen“ habe er als Jugendlicher für seine Ziele gearbeitet. „Ich wollte es allen zeigen und habe verbissen trainiert.“ Nicht umsonst sagt Gerland noch heute: „Übung macht den Meister, das steht nicht nur in jedem Buch, das ist die Wahrheit. Wer nicht übt, wird nicht Meister.“