Berlin - Am Sonntagvormittag hatte Alexander Teichmann, der Präsident des TTC Berlin Eastside eine wichtige Nachricht parat. Sämtliche Corona-Schnelltests, am Tag vor dem deutschen Tischtennis-Pokalfinale der Frauen vorgenommen, waren negativ ausgefallen. Alle Spielerinnen, Trainer und Akkreditierte waren getestet worden und durften bleiben: Insgesamt nur 48 Personen durften in der großen Spielhalle in der Paul-Heyse-Straße in Prenzlauer Berg anwesend sein, Zuschauer waren nicht erlaubt. Der deutsche Meister und Champions-League-Sieger TTC Eastside fungierte auch als Ausrichter des Finales und durfte am frühen Abend über eine weitere Trophäe jubeln.

Teichmann aber erlebte aufregende Stunden, ehe sein Team den Pokal in Empfang nehmen konnte, der noch in der Vitrine des Vereins stand. Berlin war schließlich Cupverteidiger. Der TTC trat mit der gleichen Mannschaft an, die im Dezember die Champions League gewonnen hatte. Die stresserprobten Spielerinnen mussten dieses Mal in einem Herzschlag-Finale gegen den Dauerrivalen DJK Kolbermoor drei Stunden und 30 Minuten alle Reserven abrufen, ehe der knappe 3:2-Sieg feststand. Im Finale holten Britt Eerland (gegen Kristin Lang) und Nina Mittelham (gegen Yuan Wan) in den Einzeln die Punkte. Gegen die überragende Fu Yu aber unterlagen Shan Xiaona und auch Eerland. So musste das abschließende Doppel entscheiden. Shan/Mittelham setzten sich gegen Lang/Wan schließlich mit 3:1 durch. Nina Mittelham war es, die den letzten Punkt mit einem mächtigen Schmetterschlag mit der Vorhand erzielte.

Teichmann, TTC-Trainerin Irina Palina und Manager Andreas Hain waren „geschafft“. Der Präsident war begeistert: „Das war ein hochklassiges Finale und jede unserer Spielerinnen hat ihren Anteil am Erfolg.“ Mit Nina Mittelham wurde der Vertrag am Wochenende um ein Jahr verlängert.

Im Halbfinale am Sonntagvormittag setzte sich der TTC gegen den mutigen Liga-Aufsteiger ESV Weil nach einer Stunde und 30 Minuten mit 3:0 durch. Ein Selbstläufer aber war auch das nicht. Das zweite Halbfinale zog sich lange hin und stand beinahe vor einer riesigen Überraschung. Der klare Favorit, DJK Kolbermoor, kam erst nach beinahe drei Stunden heftiger Duelle zu einem 3:2-Erfolg gegen den TSV Schwabhausen. Sabine Winter, die zweimalige Europameisterin im Doppel, führte für Schwabhausen im vorentscheidenden Einzel gegen Fu Yu und stand unmittelbar vor dem Sieg. Doch die ungemein routinierte Fu Yu, 42, die einst eine Saison beim TTC Eastside spielte, startete eine furiose Aufholjagd, lag im fünften Satz schon 4:10 zurück, gewann aber noch 12:10 und siegte in 3:2-Sätzen. Im abschließenden Doppel setzte sich Kolbermoor schließlich durch. Das aber misslang Stunden später im Endspiel gegen Berlin.