Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Robert Andrich quält sich in der Vorbereitung der Eisernen in Bad Wörishofen.
Foto: Michael Hundt

Bad WörishofenWütend sprang Robert Andrich auf dem Sportplatz des FC Bad Wörishausen wieder auf. Die angebotene Entschuldigungsfaust von Nico Schlotterbeck ignorierend. „Du warst viel zu spät“, fauchte Andrich den Innenverteidiger an, der ihn gerade beim 2-2-Kontaktspiel auf vier Mini-Tore mit einer Grätsche über die Klinge hatte springen lassen. Leise fluchend humpelte der Mittelfeldspieler ein, zwei Schritte. Trat dann fest wieder auf und stürzte sich erneut ins Getümmel.

Ein paar Stunden später war alles vergessen. „Das gehört dazu. Muss auch mal im Training passieren. Besonders in der Vorbereitung. Zeigt ja auch, dass die Mannschaft lebt, dass da Emotionen drinstecken. Jeder will sich zeigen in der Vorbereitung“, sagt Unions Mittelfeldabräumer, der sich mit den Eisernen im Unterallgäu auf ihr zweites Bundesligajahr vorbereitet.

Es ist übrigens auch sein zweites Jahr im Fußball-Oberhaus. Eins, in dem er sich bestätigen will, nachdem es in der Vorsaison für ihn gut lief. „Wenn ich nicht mal gesperrt war, habe ich ja fast immer gespielt. Aber das ist abgehakt. Ich muss jetzt versuchen, einfach an die Leistung wieder anzuknüpfen vom letzten Jahr und noch ein Schippchen draufzulegen“, meint der 25-Jährige.

Andrich lobt Griesbecks Qualitäten

Was nötig sein wird. Denn der Konkurrenzkampf im Mittelfeld ist größer geworden. Egal, welches System Fischer spielen lässt, mehr als drei Plätze sind nicht frei. Und um die Plätze streiten sich Andrich, Christian Gentner, Grischa Prömel und sein alter Heidenheimer Kollege Sebastian Griesbeck. „Bei Griese weiß man ja, dass seine Stärken gegen den Ball sind. Da ist er brutal gut“, sagt Andrich.

Damit er daneben glänzen kann, muss er selber an sich arbeiten. Torgefährlicher werden vielleicht? Eine Bude ist da nicht die Welt. „Ich bin total torgefährlich. Bloß ist da nie ein Tor gefallen“, wehrt sich der gebürtige Potsdamer wortreich und hat die Lacher auf seine Seite. „Im DFB-Pokal hat es dafür ja ganz gut geklappt. Ich hätte nichts dagegen, wenn es diese Saison umgekehrt ist“, so Andrich. Dass Union in dieser Spielzeit ein wenig mehr Offensive wagen will, sich nicht mehr nur auf das Umschaltspiel verlassen, könnte ihm dabei helfen.

Auch dass seine alten Stärken weiter wichtig sind, um die Kompaktheit der Eisernen weiter zu stabilisieren. Doch Unions Kartenkönig sieht sich nicht nur als Mann fürs Grobe. „Ich wurde ja immer so dargestellt, als ob ich nur aggressiv bin und gar kein Fußball spielen kann. Und ich bin nur dafür da, dass ich dazwischenhaue. Aber ich kann das schon. Und ich will jetzt mit dafür sorgen, dass wir des Öfteren von hinten heraus das Spiel auch mal flach eröffnen“, so Andrich über seine Pläne.