Berlin - Einer für alle, alle zu Bronze: Vier glückliche „Musketiere“ haben für die deutschen Skirennläufer nach dreimal Silber bereits die vierte Medaille bei der WM in Cortina d'Ampezzo eingefahren. „Saucool“, sagte der erkennbar begeisterte deutsche Alpinchef Wolfgang Maier nach dem packenden kleinen Finale, das Deutschlands Quartett im „Tiebreak“ gegen Olympiasieger und Titelverteidiger Schweiz gewann. „Uaaah, war das spannend“, ergänzte er und lobte Fahrer und Trainer gleichermaßen: „Auch das war wieder eine Meisterleistung.“

Tatsächlich hätte es im Kampf um Platz drei kaum knapper zugehen können. Nach den vier Läufen der erst 17 Jahre alten Emma Aicher (Mahlstetten), von Stefan Luitz (Bolsterlang), Andrea Filser (Wildsteig) und Alexander Schmid (Fischen) hatte es gegen die Eidgenossen 2:2 gestanden – in diesem Fall entschieden die Zeiten der jeweils schnellsten Frau und des jeweils schnellsten Mannes: Filser und Luitz waren in diesem Vergleich in der Addition um 0,12 Sekunden schneller als ihre Schweizer Kontrahenten. Gold gewann danach Norwegen gegen Schweden.

Die deutsche Mannschaft war kaum zu halten

Die deutsche Mannschaft inklusive der beiden Erstsatzstarter Lena Dürr (Germering) und Linus Straßer (München) war kaum zu halten, als nach der Zieldurchfahrt des unterlegenen Schmid erst das 2:2 aufleuchtete – dann aber auf der deutschen Seite ein grüner Balken erschien. Vor allem WM-Debütantin Filser, die mit ihrer besseren Zeit im Vergleich zum Schweizer Superstar Wendy Holdener den wohl wichtigsten Beitrag zu Bronze leistete, war aus dem Häuschen. „Mir kommt's vor wie ein Traum, erste WM, erste Medaille. Wir sind so ein super Team“, sagte die 27-Jährige.

Deutschland hatte zunächst mit jeweils 3:1 gegen Großbritannien und Italien gewonnen, sein Halbfinale gegen die starken Schweden nach einem 2:2 ebenfalls durch Tiebreak aber verloren. Als Schmid im Duell um Platz drei dann den vierten Lauf verlor, stockte den Deutschen erneut kurz der Atem – vor allem Schmid, der am Vortag das Bronze-Duell bei der WM-Premiere des Einzel-Rennens verloren hatte und auch 2019 in Are beim vierten Platz des deutschen Teams dabeigewesen war. „Ich habe auf jeden Fall gedacht, dass es nicht reicht, da war ich erst mal sehr enttäuscht“, sagte er.

Deutschland gewann die Premiere des Team-Events

Dem Mann konnte geholfen werden. Als die Kollegen auf ihn zustürmten, wusste er: Es hat gereicht. „Team-Event ist immer was Cooles“, sagte Luitz, „als Team gewinnt oder verliert man zusammen.“ Und außerdem: „Der Parallel-Event macht uns Deutschen viel Spaß, wir sind ziemlich schnell unterwegs.“ In der Tat gewann Deutschland 2005 sogar die Premiere des Team-Wettbewerbs, damals aber unter einem anderen Modus: Den heute noch gültigen erfanden die Deutschen dann für die Heim-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen. Bei der WM 2013 gab es außerdem schon mal Bronze.