Serge Gnabry scheitert am ukrainischen Ersatztorwart Georgi Buschtschan.  
Foto: Imago Images

Frankfurt am Main - Es war 0.23 Uhr Ortszeit im Olympiastadion von Kiew, als Joachim Löw seinen Stuhl hinter dem mit einer weißen Stoffdecke verhangenen Podium im holzvertäfelten Pressesaal räumte. Der Bundestrainer wartete bei seinem fluchtartigen Aufbruch die Übersetzung gar nicht mehr ab, um pünktlich zum abfahrbereiten Bus zu gelangen, der die deutsche Nationalmannschaft unmittelbar nach dem 2:1-Arbeitssieg in der Ukraine zum Flughafen chauffierte. Die DFB-Delegation verbrachte keine Minute länger als nötig in der als Corona-Risikogebiet geltenden ukrainischen Hauptstadt. Mit dem Premierenerfolg in der Nations League schien aus Löws Sicht die sportliche Mission der umstrittenen Reise erfüllt. „Wenn man das Spiel realistisch einschätzt, ist uns nicht alles gelungen, aber einiges auf jeden Fall. Wir haben völlig verdient gewonnen“, urteilte der Bundestrainer. „Siege sind der Klebstoff.“

Der 60-Jährige wird wissen, dass vom ersten Länderspielsieg 2020 keine Bindungskraft ausgeht, wenn nicht noch eine halbwegs überzeugende Leistung gegen die Schweiz (Dienstag 20.45 Uhr/ARD) folgt. Und natürlich muss auch das Resultat gegen die nach dem 1:2 in Spanien auf den letzten Gruppenplatz abgerutschten Eidgenossen stimmen. Zunächst hat die erstmals seit November 2019 wieder aufgebotene Bestbesetzung der DFB-Auswahl mit allen verfügbaren Kräften vom FC Bayern und RB Leipzig – und dem am Dienstag vor seinem 100. Länderspiel stehenden Toni Kroos – allenfalls eine Beruhigungspille in homöopathischer Dosis verabreicht.

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