Berlin - Schützenfest zum WM-Auftakt: Deutschlands Handballer sind mit einem mühelosen 43:14 (16:4)-Kantersieg gegen Uruguay in die Weltmeisterschaft gestartet, den erhofften Glanz aber noch schuldig geblieben. Beim erwartet deutlichen Erfolg zum WM-Debüt von Bundestrainer Alfred Gislason waren am Freitag in Gizeh Timo Kastening mit neun Toren und Marcel Schiller mit fünf die besten deutschen Werfer.

Nächster Vorrundengegner der deutschen Mannschaft ist am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) Kap Verde. Die Afrikaner erhielten am Freitag trotz vier positiver Corona-Fälle, die bei der Ankunft in Ägypten am Donnerstag festgestellt worden waren, vom Weltverband IHF grünes Licht für ihre erste WM-Teilnahme. Die betroffenen Spieler befinden sich in Quarantäne und fallen aus. „Es ist ganz wichtig, dass wir die Fokussierung behalten“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning in der ARD mit Blick auf das weitere Turniergeschehen.

Zumal sich die deutsche Mannschaft dann auf mehr Gegenwehr einstellen muss als gegen Uruguay. Im ersten Duell mit dem höchstens viertklassigen Gegner verzichtete Gislason überraschend auf Stammtorwart Andreas Wolff, der bei der WM-Generalprobe gegen Österreich eine überragende Leistung geliefert hatte. Für den 29-Jährigen vom polnischen Topclub Vive Kielce begann Johannes Bitter.

Der 38 Jahre alte Oldie, der 2007 mit der DHB-Auswahl Weltmeister wurde, war der gewohnt gute Rückhalt – auch wenn er nicht allzu oft gefordert wurde. Von Beginn an dominierte Deutschland die einseitige Partie, ohne dabei zu glänzen. Nach einem ordentlichen Start (6:1/10.) schlichen sich im Angriff viele Unkonzentriertheiten ein. Einige Fehlwürfe und leichte Ballverluste schmeckten Gislason, der das Ganze mit verschränkten Armen an der Seitenlinie verfolgte, überhaupt nicht.

Allein Kapitän Uwe Gensheimer vergab in den ersten 25 Minuten vier Großchancen, darunter einen Siebenmeter. Dennoch ist der Linksaußen von den Rhein-Neckar Löwen, der in der ersten Halbzeit dreimal traf und nach dem Wechsel auf die Bank musste, mit insgesamt 174 Toren nun deutscher WM-Rekordtorschütze. Auch seine Teamkollegen scheiterten einige Male am guten uruguayischen Torwart Felipe Gonzales, was Gislason in der ersten Auszeit mit deutlichen Worten monierte. Das zeigte Wirkung.

Nach der Pause rückte Silvio Heinevetter für Bitter zwischen die Pfosten und lieferte ebenfalls eine gute Vorstellung ab. Im Angriff agierte die DHB-Auswahl nun konzentrierter und im Abschluss effizienter. So wuchs der Vorsprung kontinuierlich an und betrug beim 27:7 (43.) erstmals 20 Treffer. Gegen die immer stärker nachlassenden Südamerikaner hatte das deutsche Team nun leichtes Spiel und knackte am Ende noch die 40-Tore-Marke.