Deutschlands Fabian Böhm im Gruppenspiel gegen die Niederlande
dpa

TrondheimEr musste wieder ganz schon einstecken. Als Füchse-Spieler Paul Drux in der 16. Minute in seiner gewohnt dynamischen Art auf das gegnerische Tor zog, durfte er erstmals den norwegischen Hallenboden etwas besser kennenlernen. Und es sollte nicht nicht der einzige schmerzvolle Moment bleiben. Beim Start in die Europameisterschaft gegen die Niederlande tat sich die deutsche Nationalmannschaft gegen den EM-Debütanten unerwartet schwer, musste wie der Berliner Rückraumspieler viel einstecken und wesentlich mehr Kraft für den 34:23 (15:13)-Sieg aufwenden, als noch im Vorfeld erwartet.

Eine anfängliche Nervosität konnte die DHB-Auswahl nicht verbergen. Erst funktionierte ein Kreisanspiel nicht, im nächsten Angriff leistete sich Drux einen technischen Fehler. Beide Ballabgaben wurden von den Holländern eiskalt bestraft und führten zu einem frühen Rückstand. Nach ansteigender Form verschob Kapitän Uwe Gensheimer mit einem verworfenen Strafwurf in der sechsten Minute dann die erste Führungschance für sein Team.

Die besorgte sein Kollege Kai Häfner 76 Sekunden später (8., 4:3) mit einem seiner fünf Tore. Im Anschluss stabilisierte sich das Spiel. Die Schützlinge von Bundestrainer Christian Prokop zogen auf sechs Tore davon (15., 10:4) und schienen das Geschehen unter Kontrolle gebracht zu haben. Es folgte jedoch der nächste Einschnitt. Gensheimer räumte in der 16. Minute den gegnerischen Torhüter beim Siebenmeter via Kopftreffer ab und sah dafür die Rote Karte. Eine Situation, die den Spielfluss wieder durcheinander brachte.

„Da spielen wir langsamer und machen zu viele einfache Fehler“, analysierte Drux, „wir geben ihnen ihre Stärke und lassen sie die zweite Welle laufen.“ Folglich schmolz der Vorsprung bis auf einen Treffer zusammen (24., 12:11).

Ähnlich diffus ging es nach der Pause weiter. Trotz einer Zeitstrafe standen sieben deutsche Spieler auf dem Feld, was die nächste Zwei-Minuten-Zeitstrafe nach sich zog. Zwei aufeinanderfolgende Paraden von Keeper Andreas Wolff – mit insgesamt 14 gehaltenen Bällen in Top-Form – brachten die Deutschen indes erneut ins Spiel und leiteten eine torreichere Phase sein.

Prokop stellte seine Aufstellung noch einmal um und kehrte im Rückraum zur Startformation zurück. Somit durfte sich auch Drux wieder zeigen, der in der 48. Minute gleich die nächste körperliche Herausforderung überstehen durfte. In der Abwehr stehend erwischte ihn sein Gegenspieler mit dem Oberschenkel zwischen den Beinen und rammte  Drux den Ellbogen in die Rippen. Obwohl hart im Nehmen, musste der 24-Jährige den Rest des Spiels von der Bank aus verfolgen. Sah da allerdings einen versöhnlichen Abschluss, denn mit dem Sieg hatten sich all die Schmerzen gelohnt.