KrefeldBeim Eishockey-Restart nach acht Monaten Zwangspause reichte es für die deutsche Nationalmannschaft nicht zum Turniersieg beim Deutschland Cup, doch die sportliche Bilanz war zweitrangig. „Der größte Erfolg ist, dass wir der Sportart das Signal geben: Es geht, es funktioniert“, sagte DEB-Präsident Franz Reindl schon vor dem 2:3 nach Verlängerung (1:2, 0:0, 1:0, 0:1) im Finale gegen Lettland.

„Ein gelungenes Turnier ist in diesen Tagen, wenn wir keinen Corona-Fall haben“, erläuterte der Verbandschef, der die Veranstaltung trotz der Absagen der meisten internationalen Gegner, trotz des Zuschauerverbots und der Corona-Erkrankung des Bundestrainers Toni Söderholm durchgezogen hatte: „Du musst beweisen, dass es trotz Lockdown funktioniert, Eishockey zu spielen.“

Diesen Beweis lieferten die Nationalspieler nach der längsten Sommerpause ihrer Karriere eindrucksvoll. In ihrer „Blase“ nahmen sie alle Einschränkungen „in Kauf, um den Sport möglich zu machen“, betonte Olympia-Silbermedaillengewinner Matthias Plachta: „Es ist ein Riesenschritt, um auch die DEL in Schwung zu bekommen.“

500 Corona-Tests ließ der DEB durchführen

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL), die nach dem letzten Hauptrundenspieltag am 8. März die Saison abgebrochen hatte, entscheidet am 19. November über ihren schon zweimal verschobenen Wiederbeginn. „Ich hoffe, dass die Saison so schnell wie möglich beginnt“, sagte Eisbär Lukas Reichel.

500 Corona-Tests ließ der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) durchführen, davon 300 Schnelltests und 200 PCR-Abstriche, die letzten am Sonntag, alle waren negativ. Ein Tracker, den die Spieler während der Partien am Trikot und außerhalb der Bande am Handgelenk trugen, registrierte alle Kontakte. Niemand durfte sich außerhalb von Halle, Hotel und Bus bewegen. „In der Bubble lässt sich das ganz gut managen“, sagte Verteidiger Korbinian Holzer, der diese Maßnahmen schon beim NHL-Play-off-Turnier in Edmonton erlebt hatte.

Gutes Eishockey boten die Nationalspieler obendrein. Nach dem 7:2-Torfestival gegen das eigene Olympia-Perspektivteam erkämpfte sich die DEB-Auswahl im ersten „echten“ Länderspiel seit einem Jahr am Sonnabend ein 2:0 gegen Lettland. Im Endspiel gegen denselben Gegner tags darauf reichten die Tore des Straubingers Andreas Eder (10.) und von Marc Michaelis (47.), vom NHL-Klub Vancouver Canucks an die Adler Mannheim ausgeliehen, nicht zum ersten Turniersieg seit 2015. Ein Doppelschlag von Gatis Sprukts und Frenks Razgals innerhalb von zwölf Sekunden (18.) sowie ein weiterer Treffer von Razgals in der fünften Minute der Verlängerung bescherten Lettland den Pokal.

Weiter geht es für die meisten ab Mittwoch im Magenta Sport Cup, bei dem acht der 14 DEL-Klubs Liga-Eishockey mit Heim- und Auswärtsspielen testen.