Danzig - In den vergangenen Tagen sind die Schlagzeilen über Sami Khedira (25) ein wenig in den schmalen Schatten der ellenlangen Beine seiner Verlobten Lena Gercke gerutscht. Die Topmodel-Siegerin aus dem Jahr 2006 folgt dem spanischen Meisterspieler des Jahres 2012 zu den EM-Begegnungen, so auch heute zum Clash gegen die Niederlande (20.45 Uhr/ZDF) nach Charkow, und sorgt mit einer auffällig kurzen Hosenwahl für Aufsehen auf ukrainischen Flughafen-Parkplätzen.

Da trifft es sich gut, dass der künftige Gatte sich beim 1:0-Sieg im Auftaktspiel gegen Portugal ebenfalls nicht versteckte.

Schwierige Aufgabe wartet auf Khedira

Gegen die Niederlande ist nun davon auszugehen, dass Khedira auf einem ganz anderen Niveau gefordert wird.

Gemeinsam mit Bastian Schweinsteigers – dessen nicht minder kapriziöse Freundin Sarah Brandner, das sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt, aufgrund anderweitiger Medienverpflichtungen bislang noch nicht in der Nähe ihres Liebsten gesichtet wurde – muss Khedira den Weltklasse-Spielmacher Wesley Sneijder bearbeiten.

Für den niederländischen Fußballtrainer und Ex-HSV-Coach Ricardo Moniz steht fest: „Sneijder muss es schaffen, sich von Khedira zu befreien, sonst hat Holland keine Chance.“

Der Meistermacher von RB Salzburg zeigt sich „beeindruckt“ von Khedira. Der interpretiere „seine Rolle viel offensiver“ als seine Landsmänner de Jong und van Bommel, derweil Moniz Schweinsteiger unsanft deckelt: Der Münchner habe vormals „sehr viel mehr Akzente in der Offensive gesetzt, er war dynamischer und hat das Spiel schneller gemacht.“

Für Mourinho der Spieler des Tages

Vor zwei Jahren, bei der WM in Südafrika, war die Aufgabenteilung klar: Schweinsteiger, topfit, gab den Chef, der durch Ballacks Ausfall in die Elf gerutschte Khedira arbeitete zu. Er tat das so eindrucksvoll, dass José Mourinho ihn für 14 Millionen Euro Ablöse aus Stuttgart zu Real Madrid lockte. Als jener Mourinho nach dem Portugal-Spiel in der Interviewzone auf seinen „Elitesoldaten“ (Spiegel Online) traf, zeigte er mit dem Finger auf Khedira und rief: „That’s the Man of the Match“ – „das ist der Spieler des Tages“.

Die Uefa hatte es anders gesehen und den allenfalls durchschnittlichen Mesut Özil dekoriert, was diesem direkt peinlich war.

Es ist das Schicksal des disziplinierten Zuarbeiters und geschickten Zerstörers Khedira, dass vor allem Fachleute seinen Wert zu schätzen wissen.

Ruf einer unermüdlichen Arbeitsameise

Sein Status bei den einen recht intensiven Austausch pflegenden Vereinstrainer José Mourinho und Bundestrainer Joachim Löw ist über alle Zweifel erhaben: Weil der mitunter etwas schwerfällig wirkende Deutsch-Tunesier robust ist, weil er ein Spiel lesen kann, weil er kaum Fehler macht, und weil er genau das tut, was die Trainer ihm auftragen.

Das hat ihm den zweifelhaften Ruf einer unermüdlichen Arbeitsameise eingebracht.