DFB-Pokal: Der 1. FC Union gewinnt 4:2 in Jena

Jena -  Es ist ein unterhaltsamer Abend geworden, gestern in Jena Paradies. Das Ernst-Abbe-Sportfeld war mit 10.600 Zuschauern ausverkauft, die Stimmung ausgezeichnet und der Erstrunden-Auftritt im DFB-Pokal für die Gäste vom 1. FC Union Berlin ein voller Erfolg. 4:2 (3:2) bezwang der Fußball-Zweitligist den Drittligisten Carl Zeiss Jena. Zum dritten Mal in Folge meisterten die Eisernen nun schon den Auftakt des Pokals. Um 332.000 Euro sind sie reicher. Und sie sind reicher um die erfreuliche Erfahrung, nach Rückschlägen in einer Partie wieder zurückgekommen zu sein.

Daran war Simon Hedlund maßgeblich beteiligt. Er erzielte zwei Treffer (45.+5/71. Minute). Am Ende wurde er als Mann des Spieles geehrt. Überhaupt die Schwedenfraktion bei den Köpenickern: Sebastian Andersson hatte den Torreigen früh nach einer präzisen Flanke von Christopher Trimmel eröffnet (14.) und war auch sonst ein steter Unruheherd für Jenas Hintermannschaft.

Kroos mit Sehstörungen

Die Skandinavier hatten sich nichts vorzuwerfen. Nicht einmal, dass  sie am Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 (29.) durch Felix Kroos nicht beteiligt waren. Man könnte sagen, sie verhalfen so indirekt den Unionern zu der Erkenntnis, dass eben jener Kroos Tore per Kopfball erzielen kann. Allerdings bekam er dabei böse einen Ellenbogen aufs Jochbein und musste wenig später wegen Sehstörungen ausgewechselt werden.

„Wir gehen aber nicht davon aus, dass er gegen St. Pauli passen muss“, sagte Unions Trainer Urs Fischer. Der Schweizer sah keinen Grund zur Kritik an seinem Team bis auf die Tatsache, dass es nach der Pause nicht alles klar gemacht habe.

Das war nicht im Sinne des Trainers, allerdings im Sinne der Gastgeber. Die kamen zweimal zurück ins Spiel (21. Wolfram/42. Eigentor Trimmel), doch Union dachte gar nicht daran, sich dadurch verunsichern zu lassen. Seelenruhig zogen die Berliner ihr Spiel weiter durch. Egal, was um sie herum passierte.

Heiße Diskussion

Bestes Beispiel war der Elfmeter kurz vor der Pause. Christopher Trimmel war bei besagtem Eigentor der Ball unglücklich vom Oberschenkel ins eigene Netz gesprungen, zu einem psychologisch ungünstigen Zeitpunkt, aber das störte seine Teamkollegen nicht. Hedlund schon gar nicht. Seelenruhig diskutierte er mit Landsmann Andersson, wer den Strafstoß schießen soll, den Akaki Gogia herausgeholt hatte.

Andersson überließ es Hedlund, obwohl der sich den Ball schon auf den Punkt gelegt hatte. Freundlich, diese Schweden, untereinander zumindest. Hedlund machte beim cool geschossenen Elfmeter keine Gastgeschenke. So viel Nervenstärke muss man in einem Hexenkessel wie dem Ernst-Abbe-Sportfeld an diesem Abend erst einmal haben.

Und was haben Hedlund und Andersson dort am Punkt besprochen? „Er wollte unbedingt ein Tor. Das sei wichtig fürs Selbstvertrauen“, verriet Zugang Andersson hinterher mit strahlender Miene. Das klappte dann ja auch, mit dem Elfer und dem Selbstvertrauen. Beide waren zufrieden. Zumal es eine Absprache gegeben zu haben schien. Andersson jedenfalls verriet: „Den nächsten Elfmeter schieße ich aber wieder.“