München - Für Pep Guardiola, das hat der Trainer des FC Bayern nun mehrfach betont, ist es wichtig, hin und wieder einmal zu verlieren. Nichts prägt bekanntlich mehr als Niederlagen, das gilt auch für den erfolgsverwöhnten Katalanen. So gesehen waren die letzten Tage also gar nicht so schlecht.

Gleich zwei Mal lernte Guardiola viel dazu, erst beim FC Augsburg (0:1), dann gegen Borussia Dortmund (0:3). Weil aber der FC Bayern grundsätzlich nicht so gerne verliert, waren die jüngsten Negativerfahrungen dann irgendwie doch nicht so gut. Damit nun in München alle wieder zufrieden sind, entschlossen sich Guardiola und seine Spieler, das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern am gestrigen Abend lieber zu gewinnen.

Mit 5:1 (2:0) taten sie das, wodurch nun das Traumfinale gegen den Erzrivalen Dortmund am 17. Mai in Berlin perfekt ist. Wirklich erwärmend aber war das, was der Triple-Sieger den 71.000 Zuschauern an einem ziemlich kühlen April-Abend in der ausverkauften Münchner Arena bot, nur phasenweise. Vor dem Spiel hatten viele Bayern-Fans darauf gehofft, die von Guardiola aus dem Rhythmus rotierte Mannschaft werde gerade nach der Niederlage im Prestigeduell gegen Dortmund ihre Wut an Kaiserslautern auslassen. Die Bayern aber zeigten lange Zeit die gleichen Symptome wie in den Vorwochen.

Viel Platz für Lautern

Dem neuen und alten Deutschen Meister, der in einer Woche im Halbfinal-Hinspiel in der Champions League bei Real Madrid antritt, fehlten vor allem in der ersten Halbzeit die Leichtigkeit und die Ordnung der vergangenen Monate. Die Kombinationen liefen häufig nicht flüssig, die im Gegensatz zur Niederlage gegen Dortmund auf vier Positionen veränderte Mannschaft agierte erneut nachlässig.

Lautern hingegen, das im Viertelfinale Bayer Leverkusen aus dem Wettbewerb befördert hatte, erhielt erstaunlich viel Freiraum, konnte den aber zu selten zu Torchancen nutzen. Lukas Raeder, der den wegen einer Wadenverletzung geschonten Manuel Neuer im Tor der Münchner vertrat, war über weite Strecken beschäftigungslos.

In der Anfangsphase der keinesfalls hochklassigen Partie ging aus dem Spiel heraus zunächst wenig auf beiden Seiten, eine Standardsituation musste daher für Abwechslung sorgen. Nach einer Ecke von Arjen Robben entwischte Bastian Schweinsteiger in der 23. Minute seinem Bewacher Willi Orban und köpfte den Ball zur Führung ins Tor. Neun Minuten später sorgte Toni Kroos dafür, dass die ersten Zuschauer auf der Haupttribüne entspannt in die warmen VIP-Bereiche wandern konnten.

Robben zog mit einem seiner typischen Antritte vom rechten Flügel ins Zentrum und drei Gegenspieler auf sich und legte für Kroos ab. Der von Manchester United umworbene Nationalspieler schob aus 16 Metern überlegt ins rechte untere Eck. 2:0, damit war das Spiel nach 32. Minuten praktisch entschieden.

Bayern in der Defensive nachlässig

Lautern, das laut Trainer Kosta Runjaic nicht zum Trikottausch nach München gekommen war, bewies nach dem Doppelschlag der Bayern aber Moral. Der Tabellenvierte der Zweiten Liga, der um die Rückkehr in die Bundesliga kämpft und noch nie ein Pokalduell in München gewann, war weiterhin bemüht, in der Offensive aber nicht durchschlagskräftig genug.

Kurz nach der Pause plätscherte das Spiel wieder einmal vor sich hin, dann aber sorgte der agile Robben einmal mehr für Unruhe in der Lauterer Hintermannschaft. Der Niederländer ging mit Tempo in den Strafraum der Gäste, Chris Löwe traf Robben am Bein, und Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zeigte auf den Elfmeterpunkt. Thomas Müller trat an und verwandelte sicher zum 3:0 (50.).

Weil die Bayern aber auch danach in der Rückwärtsbewegung nachlässig agierten, konnte Kaiserslautern verkürzen. Franck Ribéry ließ Florian Dick nach einer Stunde ungestört flanken, was FCK-Topstürmer Simon Zoller mit seinem Kopfballtreffer zum 1:3 bestrafte. Nachdem Bayerns Mario Mandzukic in der 78. Minute nach einem Konter den alten Abstand mit einem präzisen Flachschuss ins lange Eck wiederhergestellt hatte, besorgte Götze in der Schlussminute den 5:1-Endstand.