Berlin - Professor Tim Meyer, der Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat sich für eine schnelle Öffnung des Sports für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. „Wir haben als Grundsatz aufgenommen, dass es uns noch wichtiger ist, Kinder und Jugendliche zum Sport zurückzubringen als Erwachsene. Die positiven Wirkungen des Sports für diese Altersgruppe muss ich nicht alle aufzählen“, sagte der Leiter des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes der Saarbrücker Zeitung. Die Möglichkeit, am Sport teilzunehmen, könne auch die Bereitschaft bei Schülern steigern, sich in der Schule testen zu lassen.

Meyer war federführend beim Hygienekonzept der DFL

Zugleich kritisierte der Arzt die bisherigen Regelungen der Länder zum Sport als „sehr sportfern und bürokratisch“. So könne er in den vorgegebenen Gruppengrößen im Training „die Sportarten und ihre Eigenarten nicht wirklich wiedererkennen, sondern sehe da eher, dass einfach das Dezimalsystem bemüht wurde. Mal fünf Sportler, mal zehn, mal 15, mal 20. Das ist willkürlich und orientiert sich nicht an den Realitäten des Sports“, sagte Meyer.

Der Mediziner ist seit 2001 bei der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Er hat sowohl federführend das Hygienekonzept für die Deutsche Fußball-Liga (DFL) entwickelt als auch ein Konzept für den Wiedereinstieg des Amateur-, Kinder- und Jugendsports in der Corona-Pandemie erarbeitet.