Alba-Basketballer feiern den Überraschungssieg. 
Foto:  imago/ANE Edition

AthenIn zwei Verlängerungen haben Alba Berlins Basketballer den griechischen Meister Panathinaikos Athen gezwungen, sie haben am Ende 106:105 (98:98,88:88,58:49) gewonnen. Es mochte zunächst also nach maßloser Untertreibung klingen, als Coach Aito Garcia Reneses sagte: „Es war wie Training, weil wir wussten, dass wir wahrscheinlich nicht gewinnen werden hier in der Euroleague. Deshalb ist es für uns wichtig, zu lernen.“

An diesem Donnerstagabend in Athen haben sie eine Menge gelernt. Zuerst natürlich, dass ihre Art, Basketball zu spielen, zum Erfolg führt: mit dem Glauben an sich selbst, mit Einsatz, mit Willen, egal welche Probleme zu bewältigen sind. „Ich war überrascht darüber, wie gut Landry Nnoko gespielt hat“, sagte Reneses stellvertretend über seinen Center. Der hatte am Vortag nämlich noch unter Magen-Darm-Beschwerden gelitten. „Es waren andere Spieler nicht hier“, sagte Reneses weiter, „aber wir haben als Team gut gespielt.“

Reneses lobt die Teamleistung

Der Coach hatte auf die verletzten Peyton Siva, Tyler Cavanaugh und Marcus Eriksson verzichten müssen. Aber auch ohne das Trio hatten die Gäste den besseren Start und blieben stets auf Augenhöhe mit dem Favoriten. Nach dem Seitenwechsel baute Alba die Führung sogar auf 62:49 aus, doch anschließend sank die Trefferquote. Da aber auch Panathinaikos Athen Fehler machte, gingen die Gäste mit einem 74:69 ins letzte Viertel.

Lange konnte Alba die knappe Führung behaupten, in der Schlussphase wurde es ein Krimi. Eine Sekunde vor Ende vergab Hermannsson die Chance zum Sieg. Obwohl er klar dabei gefoult wurde, gab es den Pfiff nicht. Auch in der Verlängerung blieb es eng, neun Sekunden vor Ende der zweiten Verlängerung sorgte Luke Sikma mit einem verwandelten Freiwurf doch noch für den Sieg.

In einer größten Arenen der Basketball-Geschichte Panathinaikos zu besiegen, das mit tollen Spielern gespickt ist, gibt einem jungen Team viel.

Martin Hermannsson

„Ich glaube, wir haben sie mit unserer Defensive überrascht“, sagte Martin Hermannsson, mit 20 Punkten und zehn Assits ein entscheidender Faktor an diesem Abend. Sie hätten dazu gebracht, nachzudenken, zu zögern, wenn auch nur Bruchteile von Sekunden, doch die machten schließlich viel aus.

Luke Sikma sah es abschließend pragmatisch. „Es hat ein bisschen länger gedauert“, sagte er, „aber wir haben einen schönen Sieg errungen.“ Dem war an diesem Abend nichts mehr hinzuzufügen.