Ein wichtiges Ziel des Laufprojekts: die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts zwischen nicht und geistig behinderten Läufern.
Foto: Coca-Cola/ Gero Breloer

BerlinDas Wetter lädt aktuell nicht unbedingt zum Rausgehen, geschweige denn zur sportlichen Betätigung im Freien ein. Dementsprechend klein ist derzeit an den frühen Donnerstagabenden die Laufgruppe, die sich regelmäßig an der kleinen Schwimmhalle in der Wuhlheide trifft. Gravierender als das Wetter hat sich in den vergangenen Wochen, ja Monaten allerdings die Corona-Krise auf die Beteiligung ausgewirkt. Die geistig behinderten Läufer, mit denen Ronny Richter vor der Pandemie regelmäßig trainiert hat, „kommen einfach noch nicht zum Training, weil sie aus ihrem Rhythmus raus sind“, erzählt der Trainer, „es stand ja alles still. Und wenn die Läufer nicht ihren Rhythmus und gewohnten Ablauf haben, kriegt man Probleme. Sie haben ja teilweise nur zuhause gesessen, weil auch die Werkstätten geschlossen waren und sie nichts machen konnten. Sie dann zur Bewegung zu animieren, ist echt schwer.“

Seit 15 Jahren arbeitet Richter beim Behinderten-Sportverein Köpenick als Trainer mit geistig Behinderten. Gibt Schwimmunterricht, aber ist dort gemeinsam mit seiner Freundin für die Laufgruppe des Vereins zuständig und auch deshalb in der Summe seiner Qualifikation sehr gut für den Posten den Projektkoordinators bei Special Olympics Berlin/Brandenburg geeignet. Seit dem Frühjahr 2016 gibt es das Projekt „Gemeinsam läuft´s besser“, mit welchem geistig Behinderte für den Laufsport begeistert werden sollen. Die große Idee dahinter: Inklusive Laufgruppen zu schaffen. „Mit unseren Laufgruppen wollen wir dahin kommen, dass wir in andere Vereine reinkommen oder eigene Laufgruppen haben, wo andere zu uns kommen, die keine Behinderung haben“, so Richter. Im Fokus steht ein Miteinander und in erster Linie der Spaß sowie der faire Umgang zwischen geistig Behinderten und Nichtbehinderten.

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