An Basketball ist bei den BC Lions derzeit nicht zu denken.
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BerlinBevor er am vergangenen Donnerstag die Praxis seines Hausarztes betreten konnte, musste auch Andy Riebold sich erst einmal durch die ganzen Zettel an der Praxistür arbeiten. Direkte Symptome des Coronavirus hatte er zwar nicht, indirekte aber schon. 

Denn: Die Auswirkungen der Krise rund um die Pandemie bekommt auch der Vorsitzende des BC Lions Moabit zu spüren. Mit diesem ist er in jedem Jahr rund um Ostern Ausrichter des internationalen Eastercup im Bezirk Moabit. Bis vor wenigen Tagen hat er mit seinem kleinen Team noch an einem Ausweichplan für das Turnier mit mehreren hundert Basketballern in verschiedenen Altersklassen gearbeitet. Ein ganzes Jahr Arbeit sollte schließlich nicht umsonst gewesen sein. Doch dann gab es die Absage. „Am Samstag kam die E-Mail vom Bezirksbürgermeister, das war das höchste Verbot“, sagt Riebold.

Die Insolvenz droht

Schweren Herzens musste er das Turnier absagen und kann seitdem nicht mehr ruhig schlafen. Nahezu jeder Gedanke dreht sich darum, wie er die Situation händeln kann. Aktuell gehen die Summen an die Teilnehmer zurück. Startgelder, Kautionen, Gelder für die Essenskarten und die Eintrittskarten für das Euroleague-Spiel von Alba Berlin gegen Khimki Moskau am 9. April werden erstattet. Das größere Problem aber sind die Kosten für Hotels und Hostels, in denen die Mannschaften untergebracht werden sollten. „Wir klappern gerade alle ab, da wir 40 000 Euro Außenstände haben, weil wir in Vorleistung gegangen sind“, sagt der Lions-Vorsitzende, „wir wollen eine Insolvenz abwenden.“

Damit beschäftigt hat er sich schon. Als letzten Ausweg, wenn es keine Lösung geben sollte. „Auf der einen Seite kann ich die Hotels und Hostels verstehen, aber ich wünsche mir auch Verständnis für unsere Situation“, sagt Riebold. Es habe positive Signale, Lösungsvorschläge gegeben, andere aber beharren auf ihren Geschäftsbedingungen. Nun ist die Situation völlig neu, Hotels und Verein können beide nichts dafür, dass das Turnier nicht stattfinden, es also auch keine Übernachtungen geben wird. Noch ist ein wenig Geld in der Vereinskasse, aber das wird nicht reichen. Riebold und seine Mitstreiter haben in den vergangenen Jahren immer versucht, kreative Wege zu gehen, mit möglichst wenig, aber natürlich nicht ganz ohne Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. „Aktuell wissen wir nicht, wen wir ansprechen können, um das Ganze zu stabilisieren“, so Riebold.

Bei allen Problemen, bei allen schlaflosen Nächten denkt er nach vorne. Alle Teilnehmer, die ihren Start zugesagt hatten, sollen sich den Zeitraum zwischen dem 27. und 30. Dezember frei halten, Christmas- statt Eastercup. Doch erst einmal sind andere Dinge wichtiger.