BerlinAuf diese Nachricht hatten die Vereine, Fans, ja alle, die mit dem Eishockeysport in Deutschland leiden und mitfiebern, gewartet: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) startet am 17. Dezember in die Saison 2020/2021. Und, was keine weniger wichtige Botschaft ist: Alle 14 Mannschaften sind dabei. Peter John Lee, Geschäftsführer der Eisbären Berlin, hatte diesen Wunsch stets geäußert. „Die beste Lösung für die Liga ist auch die beste Lösung für die Eisbären“, hatte er immer wieder betont.

Meister wird in den Playoffs ermittelt

Entsprechend groß ist nun die Erleichterung, dass die letzten Zweifel ausgeräumt werden konnten. „Wir sind unfassbar glücklich, dass es so gekommen ist. Die vergangenen Wochen und Monate waren nicht einfach, auch nicht für uns Eisbären.“ Der Auftritt der Berliner bei den Adler Mannheim am Donnerstagabend im MagentaSport Cup, der aus 0:3 aus Berliner Sicht verlorenging,  ist nun nicht nur deshalb so besonders, weil man sich aus Tradition in sportlicher Abneigung gegenübersteht. In der kommenden Saison sind die beiden Teams in einer Nord- und einer Südgruppe getrennt. Ein neuer Modus soll Fahrtwege verkürzen und dabei helfen, die Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Die Eisbären spielen in der Gruppe Nord zusammen mit Fishtown Pinguins Bremerhaven, Düsseldorfer EG, Kölner Haie, Iserlohn Roosters, Krefeld Pinguine und Grizzlys Wolfsburg. In der Hauptrunde treten sie zu insgesamt 38 Partien an (viermal gegen jeden Club der eigenen Gruppe sowie Hin- und Rückspiel gegen die Teams der anderen Gruppe). Dabei werden acht Playoff-Teilnehmer ermittelt. Die jeweils vier bestplatzierten Vereine jeder Gruppe tragen gruppenintern das Viertelfinale aus. Ab dem Halbfinale wird dann über Kreuz gespielt. Sämtliche Playoff-Partien werden im Best-of-three-Modus ausgetragen. Pausiert wird absehbar nur an Heiligabend, am ersten Weihnachtstag und Neujahr.„ Das ist so ein bisschen, wie man das aus Nordamerika kennt“, sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Mitte März soll der neue Meister gekürt werden.

Saisonstart zweimal verschoben

Während die Basketballer in der vergangenen Saison dank eines Geisterturniers einen Meister kürten und die zuletzt so coronageplagte Handball-Bundesliga längst wieder läuft, wurde der Start in die DEL zweimal verschoben. Zwischenzeitlich stand sogar die Option im Raum, die kommende Saison komplett abzusagen. Zwei wesentliche Faktoren lassen eine Saison nun zu, auch wenn nicht feststeht, ob irgendwann im Laufe dieses Winters wieder Fans zugelassen werden: Ligaweit haben sich Spieler und Trainer dazu bereiterklärt, auf bis zu 60 Prozent des Gehalts zu verzichten. Zudem kamen staatliche Hilfszahlungen bei vielen Klubs an.

Als letzter Wackelkandidat hatten die Kölner Haie am Mittwoch grünes Licht für einen Saisonstart gegeben. Auch die Krefeld Pinguine, bei denen die Spieler den kurzfristig geforderten Gehaltsverzicht aufgrund von noch ausstehenden Gehaltszahlungen zunächst abgelehnt hatten, sind dabei.

Die lange und zugleich quälende Ungewissheit, ob und wie es mit dem Eishockey in Deutschland weitergeht, empfanden alle Beteiligten als belastend. Eisbären-Verteidiger Jonas Müller sagte bereits zu Beginn der Woche: „Wir haben das nicht unserer Hand. Uns bleibt keine andere Wahl, als auf ein Ergebnis zu warten.“ Umso erfreulicher ist nun das Ergebnis, das Kapitän Frank Hördler per Pressemitteilung des Klubs folgendermaßen bewertete: „Wir sind absolut happy über diese Nachricht. Die gesamte Mannschaft ist voller Vorfreude. Wir wissen natürlich auch, was die Clubs, die Besitzer, wir Spieler, aber auch die Fans opfern mussten.“ Aus Sicht der Berliner geht es nun darum, die verbleibenden Spiele im MagentaSport Cup als Vorbereitung für den Ligastart zu nutzen.