Gemeinsam stark: Die deutschen Volleyballer kämpfen sich gemeinsam aus brenzligen Situationen.
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Berlin-Prenzlauer BergWorum es geht bei diesem Volleyballturnier, das noch bis Freitag in der Max-Schmeling-Halle ausgespielt wird, war in regelmäßigen Abständen auf der LED-Bande nachzulesen. „#RoadtoTokyo“ stand dort. Acht europäische Teams versuchen, den letzten Olympiaplatz für die Olympischen Spiele im August in Japan zu ergattern. Und bislang hat es in den Vierergruppen schon das ein oder andere überraschende Resultat gegeben. Am Sonntag schlug Frankreich den favorisierten Europameister Serbien mit 3:0, am Montag wiederum ertrotzten sich die Bulgaren einen 3:2-Sieg über die Franzosen.

Und das deutsche Team? Hat durch ein 3: 0 (25:18, 25:23, 26:24) gegen Belgien, seinem zweiten Sieg nach dem 3:0 gegen Tschechien, zumindest von den Ergebnissen her bislang bewiesen, dass es ihm ernst ist mit dem Projekt Tokio. Vor dem abschließenden Gruppenspiel an diesem Dienstagabend gegen Slowenien (20:10 Uhr, Sport1) steht die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani so gut wie sicher im Halbfinale.

Dem deutschen Team fehlt noch die Leichtigkeit

Allerdings ist es auch am Montag gegen Belgien kein glänzender Sieg gewesen. Die Leichtigkeit, die das Team vor zweieinhalb Jahren zur Silbermedaille bei der EM getragen hat, der Spielfluss, dieser Rausch, in dem alles flutscht, hat sich bei der Mannschaft, die zwei Tage nach Weihnachten im Trainingslager in Kienbaum zusammenkam, um sich auf das Turnier einzustellen, bislang noch nicht eingestellt. Aber arbeiten kann die Mannschaft. Zusammen kämpfen auch. Und das sind ja die Grundvoraussetzungen, die für alles andere dienen können.

Den Plan von Trainer Giani, sich von Spiel zu Spiel zu steigern, um am Donnerstag dann das Niveau, das es für ein Halbfinale braucht, erreicht zu haben, befolgten die Deutschen. Allerdings wurde am Montag einmal mehr deutlich, wie sehr das Team bei seiner Entwicklung auf Georg Grozer, mit 22 Punkten Topscorer, angewiesen ist. Den Satzball in Durchgang eins sicherte er mit einem Einerblock. Und als es richtig eng wurde, jeder Punkt am Ende des zweiten Satzes verbissen erkämpft werden musste, als Trainer Giani an der Seitenlinie so lautstark jubelte, als wolle er alle Zweifel niederbrüllen, war es wieder Grozer, der den Satzball aus einem alles andere als perfekt gestellten Ball verwandelte.

Wie schon im zweiten Satz bewiesen die Deutschen auch im dritten Satz, dass sie sich aus brenzligen Lagen, aus Rückständen herauskämpfen können. Sogar ohne Grozer. Der musste beim Stand von 24:22 für Belgien mit Wadenproblemen das Feld verlassen. Für ihn kam Simon Hirsch – und erzielte mit einem Schmetterschlag sofort den Anschlusspunkt. Angefeuert von 2 500 Zuschauern stellte Denis Kaliberda mit den beiden letzten Zählern den Sieg sicher.