Bislang  fühlte sich die künftige Kooperation zwischen den Eisbären Berlin und den Los Angeles Kings sehr abstrakt an. Niemand, der nicht den innersten Machtzirkeln der Vereine angehört, konnte sich ausmalen, inwiefern ein DEL- und ein NHL-Klub konkret zusammenarbeiten können. Seit dem vergangenen Wochenende gibt es nun einer erste Antwort darauf: Sean Backman, 31 Jahre alt, kommt mit Empfehlungen aus Los Angeles  nach Berlin.

In der NHL spielte der Außenstürmer bislang zwar nicht. Dafür zählte der US-Amerikaner zu den Stützen im Farmteam Ontario Reign, das in der American Hockey League (AHL) spielt.   2015 holte der Schwager von  NHL-Startorwart Jonathan Quick mit den Manchester Monarchs, die aufgrund einer Umstrukturierung 2015  nach Ontario umzogen, den  Calder Cup, die AHL-Meistertrophäe.

Voll auf Speed

Neben Führungsfähigkeiten, die er in den letzten drei Jahren als Assistenzkapitän unter Beweise stellte, dürft die Eisbären vor allem in Sachen Geschwindigkeit jede Menge Qualität hinzugewinnen. Im Rahmen des AHL All Star Games 2016 nahm Backman am Wettbewerb „Fastest Skater“, also schnellster Schlittschuhläufer teil.  Das Oval legte er in 14 Sekunden zurück. Bringt er diese Fähigkeiten auch in Berlin aufs Eis, dürfte manchem Verteidiger schwindelig werden.

Mike O’Connell, Chefberater   von Rob Blake, General Manager der Kings,  und zudem für die Spielerentwicklung zuständig, sagt: „Als sehr guter Schlittschuhläufer wird er bei den Eisbären als Zwei-Wege-Spieler, Scorer und auch mit seinen Führungsqualitäten in Erscheinung treten.“

Empfehlung aus Los Angeles

In der AHL schoss er in 532 Spielen 94 Tore und bereitete 150 Treffer vor. „Er ist sehr torgefährlich, vor allem im Powerplay“, sagt Stefan Ustorf, der den Stürmer als Scouting-Verantwortlicher intensiv beobachtet hat.

Das Überzahlspiel gehörte ja zu den großen Schwachstellen in der vergangenen Saison, es war vielleicht auch ein Grund, warum im Halbfinale gegen München die Saison vorbei war. Neue Wucht im Powerplay kann die Mannschaft also gut gebrauchen.

Co-Trainer Clément Jodoin

Backman ist allerdings nicht die einzige Verstärkung für die kommende Saison. In einer Nachricht, die der neue Sportdirektor Stéphane Richer exklusiv den Dauerkarteninhabern hat zukommen lassen,  wurde zudem die Verpflichtung von Clément Jodoin verkündet. Der 65-jährige Kanadier ist  nach dem Abgang von Marian Bazany zu den Krefeld Pinguinen neuer Assistenzcoach an der Seite von Uwe Krupp.

In seiner fast 40-jährigen Trainerkarriere arbeitete er unter anderem als Assistenzcoach für  die Montréal Canadiens in der NHL. Zudem trainierte er zahlreiche Teams in kanadischen Juniorenligen, in denen die späteren Top-Spieler ausgebildet werden. Auch vor diesem Hintergrund ist die Verpflichtung für die Eisbären attraktiv. Richer schreibt: „Er passt mit seiner Leidenschaft und seinen Ideen sehr gut zu uns.“