Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann ist mit seinen Kollegen derzeit mächtig unter Druck.
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Berlin-HohenschönhausenUnabhängig voneinander haben Trainer Serge Aubin und Verteidiger Wissmann eine wesentliche Ursache für die aktuellen Abwehrprobleme erkannt: den dritten Mann. Damit ist der Stürmer gemeint, der den Verteidigern beim Gegengriff als Erstes zur Seite springen soll.   „Dieser war nicht sehr diszipliniert“, sagt Aubin, weshalb die Eisbären nicht nur am Dienstag in heimischer Halle mit 1:5 verloren haben, sondern in den vergangenen fünf Partien 21 Tore kassierten. Wissmann weiß: „In der Zone waren wir gar nicht schlecht, aber wir hatten viele Zwei-gegen-Drei-Situationen.“

Die Berliner müssen das in den Griff bekommen, denn mit den Adlern aus Mannheim kommt nicht nur der amtierende Meister am Freitag in die Arena (19.30 Uhr). Die Kurpfälzer gewannen auch souverän beide bisherigen Duelle mit den Eisbären (4:1, 7:3). Nach einigen zwischenzeitlichen Abstimmungsproblemen gewannen sie zudem zehn Spiele in Serie. Neben einem taktisch versierten Auftritt braucht es deshalb die richtige Einstellung der Gastgeber. Aubin sagt: „In den ersten beiden Spielen  haben wir zu sehr auf sie geachtet. Respekt gehört dazu, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Jetzt wollen wir aufbieten, was wir zur Verfügung haben.“ Dass mit Sean Backman, André Rankel, Leo Pföderl, John Ramage und Lukas Reichel fünf Stammkräfte fehlen, erschwert diese Aufgabe.

Viele Diskussionen um Eisbären-Torhüter

Für mehr Stabilität wäre es zudem hilfreich, wenn es nicht ständig Diskussionen darum gäbe, ob das Torhütergespann höchsten Ansprüchen genügt. Sowohl die Nummer eins, Sebastian Dahm, als auch sein Stellvertreter, Maximilian Franzreb, wirkten bei ihren Einsätzen nicht wirklich souverän. Angesichts des fehlerhaften Abwehrverhaltens sagt Wissmann: "Man kann nicht sagen, es sind die Stürmer oder die Verteidiger oder der Torwart. Es sind wir alle gemeinsam. Im letzten Spiel waren wir nicht gut genug für den Torwart." Aubin ließ offen, wer gegen Mannheim zwischen den Pfosten steht.

Zuletzt hatte Aubin einen Auftritt "ohne Emotionen" gegen Krefeld bemängelt. Alleine schon, dass es nun gegen den Erzrivalen geht, der wie die Eisbären siebenmal den Titel der Deutschen Eishockey-Liga gewann, sollte entsprechende Energien bei den Profis freisetzen. "Wir wissen alle, dass diese Spiele besonders sind", bestätigt Wissmann. 

Doch auch diese Konstellation birgt gewisse Gefahren für eine Mannschaft, die sich in keiner ganz einfachen Phase befindet. "Auch wenn ein Wechsel mal schiefgeht, dürfen wir nicht beim nächsten Wechsel voll auf die Offensive gehen und vielleicht wieder die Defensive vernachlässigen. Wir haben 60 Minuten Zeit, Tore zu schießen", mahnt Wissmann. Denn eines haben die Eisbären mit Ausnahme vom Krefeld-Spiel zuletzt bestätigt. Vor dem gegnerischen Tor sind sie ziemlich gefährlich.