Frank Hördler feiert zusammen mit Landon Ferraro das 3:4 im Spiel der Eisbären gegen Bremerhaven.
Foto: City-Press/Mathias Renner

BerlinKonstanz ist im Profisport eine erstrebenswerte Eigenschaft. Die Eisbären können in ihren Auftritten diese Eigenschaft in dieser Saison vorweisen. Auch wenn mal ein Spiel wie zuletzt gegen Bremerhaven (4:5 nach Verlängerung) mal überraschend verlorengeht, so weisen die Berliner Eishockeyprofis über die bisherige Strecke kein größeres Leistungsloch auf. Nach Rückschlägen stehen sie bislang immer mit der richtigen Antwort parat.

Dass rund um Weihnachten und den Jahreswechsel der Kader wegen Ausfällen massiv ausgedünnt ist, gehört über Jahre hinweg ebenfalls zu einer Konstanten. Nachdem Trainer Serge Aubin im Laufe dieser Spielzeit sogar die Möglichkeit hatte, einem überzähligen Spieler mal eine Schaffenspause zu gönnen, stand zuletzt nur noch eine Notbesetzung bereit. Neun Stammkräfte standen gegen Bremerhaven nicht zur Verfügung. Am Freitag im Heimspiel gegen Augsburg (19.30 Uhr) wird das kaum anders sein.  Aubin sagt: „Das würde mich überraschen. Wahrscheinlich werden wir mit der gleichen Aufstellung spielen.“

Frank Hördler ist Sinnbild der Weiterentwicklung

Im letzten Spiel dieses Jahres werden die Kraftreserven also ein weiteres Mal über Normalmaß beansprucht. Aber, und das ist die entscheidende Weiterentwicklung zum Vorjahr, daraus ergibt sich kein eklatanter Wettbewerbsnachteil. Auch wenn die Aufholjagd nach 0:4-Rückstand am Donnerstag nicht gekrönt wurde, offenbarte das Team einen ganz anderen Zustand, was Willen und Leistungsbereitschaft angeht, im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt 2018. „Das war eine gute Charakterleistung. Leider war es ein bisschen unglücklich zum Schluss“, sagte Verteidiger Frank Hördler, der mit zwei Treffer ganz entscheiden mitgewirkt hatte an dem Fast-Coup.

Der 34 Jahre alte Routinier ist ein Sinnbild der veränderten Eisbären. Zu Beginn der Saison wirkte es noch, als ob er sich mit der Rolle des siebten Verteidigers anfreunden muss. Doch der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2018 offenbart seinen immer noch hoch ausgeprägten Spaß am Eishockey sowie den Willen, sich der neuen Konkurrenz unter Aubin zu stellen. „Wenn man eine tolle Mannschaft hat und weiß, für was man es macht, findet man die Energie“, sagte er nach dem Bremerhaven-Spiel. Diese Einschätzung traf auf das Spiel genauso zu wie auf die bisherige Saison.

Neben der Energie, die jeder einzelne Körper in sich gespeichert hat, können sich die Eisbären in dieser Saison auf eine Art stille Reserve verlassen, die entsteht, wenn die Chemie im Kader stimmt. Wenn jeder wirklich daran glaubt, mit seinen Spielern etwas Großes erreichen zu können. Es hat den Anschein, dass dieses spezielle Gefühl in dieser Saison vorhanden ist. Bestes Indiz dafür ist die Konstanz.