Berlin - Auch am Tag nach der bitteren Diagnose für Leo Pföderl, der wegen einer Teilruptur des Innenbandes am rechten Knie für den Rest der Saison ausfällt, wirkte Sportdirektor Stéphane Richer noch angefressen. „Wenn du einen solchen Topspieler vor den Play-offs verlierst, ist das hart. Wir müssen das jetzt als Mannschaft auffangen.“

Trainer Serge Aubin fand in Mannheim die richtige Komposition

Angefangen mit dem Heimspiel am Mittwoch gegen Nürnberg (18.30 Uhr, Magentasport) hat Cheftrainer Serge Aubin nun also noch drei Spiele Zeit, um die richtige Zusammenstellung der Reihen zu finden. Beim 4:1 in Mannheim am Sonntag, als Pföderl bereits fehlte, hat der Kanadier eine gute Komposition gefunden. Zumal es sein könnte, dass PC Labrie der Mannschaft weitere Tiefe gibt. Nachdem er sein angedachtes Comeback in München wegen Leistenbeschwerden verschieben musste, sieht es nun danach aus, als könnte er bald wieder auflaufen. Mark Zengerle hingegen wird wohl frühestens ab dem Halbfinale bereitstehen.

Und obwohl allen Mannschaften sichtlich anzumerken ist, wie sehr der eng getaktete Spielplan schlaucht, ist nicht daran zu denken, dass die Eisbären vor dem Start der K.-o.-Phase am kommenden Dienstag Kräfte sparen können. Obwohl der EHC als Sieger der Nordgruppe feststeht und sich somit auch für die Champions Hockey League qualifiziert hat. „Du kannst dich so kurz vor der entscheidenden Phase der Saison nicht schonen“, sagt Richer. Denn weil die Play-offs in dieser Saison im Modus Best-of-Three ausgespielt werden, kann jeder Fehler, jede Unachtsamkeit böse Folgen haben. „Ich denke, dass wir hier einige Überraschungen erleben können.“ Bei dieser Zuspitzung wird sich auch die Gangart zwischen den Mannschaften mit Sicherheit noch mal verschärfen.

Haakon Hänelt verpasst eine große Chance

Erschwert wird in diesem Jahr auch die spezielle Vorbereitung auf den Gegner. Vermutlich wird erst am Sonntag feststehen, welche beiden Mannschaften sich neben den Eisbären und Bremerhaven im Norden für die Play-offs qualifizieren. Die Grizzlys Wolfsburg, die Iserlohn Roosters, die aufgrund einer Corona-Zwangspause mit dem Spielplan hinterherhinken, die Düsseldorfer EG und die Kölner Haie liefern sich einen harten Vierkampf um die Pätze drei und vier.

„In dieser Saison ist alles ein bisschen anders“, sagt Richer, „und wir sehen mit unseren verletzten Spielern, wie schnell sich die Situation verändert.“ Neben Pföderl spielt er auf Haakon Hänelt an, der sich im Trainingslager für die U18-WM an der Schulter verletzte. „Es tut mir richtig leid, dass er nicht dabei sein kann. Für die jungen Spieler ist das ein wichtiges Turnier, auch weil hier viele Scouts aus der NHL zuschauen.“ Auch in seinem Fall sitzt der Frust über die Diagnose am Tag danach noch tief.