Berlin - So hatten sich die Eisbären das am Ende nicht vorgestellt. „Natürlich sind wir nicht glücklich über das Resultat“, sagte Trainer Serge Aubin nach der 2:3-Niederlage seiner Mannschaft nach Penaltyschießen bei der Düsseldorfer EG. „Wir hatten einige gute Momente. Aber am Ende waren wir zu leichtsinnig. Da stimmten die Details nicht und dafür haben wir den Preis bezahlt.“

Dabei hatte die Partie ganz nach der Vorstellung der Eisbären angefangen. In den ersten zwei Dritteln bestimmte der deutsche Meister und Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga mit seinem temporeichen Spiel das Geschehen, ging durch Treffer von Simon Després und Kevin Clark in Führung. Im Schlussabschnitt aber verspielte der EHC diese 2:0-Führung, indem er zunehmend defensiver wurde und dadurch in den letzten Spielminuten den Ausgleich kassierte. Der ehemalige Berliner Daniel Fischbuch traf zweimal für die DEG und leitete so die Niederlage seines Ex-Clubs ein. „Wir haben größtenteils unser Spiel gespielt und hatten alles im Griff. Dann haben wir nachgelassen und das hat Düsseldorf gnadenlos ausgenutzt“, analysierte Kapitän Frank Hördler nach dem Spiel.

Durch die Niederlage nach Penaltyschießen hat die Berliner Mannschaft zwar nur einen Punkt mitnehmen können, trotzdem ist das für den 37 Jahre alten Verteidiger kein Grund zur Sorge. „Daraus lernen wir jetzt einfach und gehen vorwärts“, sagte Hördler. Die Chance zur Wiedergutmachung besteht bereits am Dienstag, wenn die Berliner in eigener Halle den ERC Ingolstadt empfangen (19.30 Uhr/ Magentasport).

Wichtig für den nächsten Dreier ist aus Sicht des Kapitäns dann, dass sich die Mannschaft über die gesamte Spielzeit an die Taktik hält und nicht das Spiel des Gegenübers aufzwingen lässt. So sieht es auch der Coach. „Ich wünsche mir, dass wir wieder hart und physisch auftreten und von unseren Stärken profitieren. Aber vor allem müssen wir clever sein und es einfach halten“, sagte Aubin.

Vielleicht aber war es so kurz vor den Play-offs auch noch einmal eine Niederlage, die die Sinne der Spieler für die kommenden Aufgaben schärft. „Es war vielleicht ein Weckruf für uns“, sagte Manuel Wiederer. Man müsse, egal gegen welchen Gegner, über die vollen 60 Minuten jeden Mann brauchen. „Es war vielleicht gar nicht so schlecht, dass wir jetzt mal so eine bittere und unnötige Niederlage kassiert haben.“ Gegen Ingolstadt erwarte er ein hart umkämpftes und sehr gutes Eishockeyspiel. Die Situation kurz vor dem Saisonende hat daran eine große Aktie: „Jeder kämpft noch um irgendetwas, jeder braucht Punkte. Alle Spiele sind sehr intensiv und schon so etwas wie Play-off-Spiele“, so Wiederer.

Auch die Eisbären sind noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt. Gerade die Special Teams, insbesondere in Überzahl, haben noch Luft nach oben und sollten mit Beginn der Play-offs noch etwas draufpacken. „Es ist ein Prozess und wird immer besser. Wir wissen, dass Special Teams oft auch Spiele entscheiden, gerade in den Play-offs ist das extrem wichtig“, so der Eisbären-Stürmer.