In Wolfsburg feierten die EHC-Profis schon mal den sicheren Einzug in die Play-offs.
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BerlinDas erste Saisonziel haben die Eisbären fast erreicht. Ein Punkt im Nachhol-Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings am Dienstagabend (19.30 Uhr) oder in den zwei letzten Hauptrunden-Partien am Wochenende reicht aus, um sicher Platz vier zu belegen und damit in den Play-offs Heimrecht zu genießen.  In zwei Wochen, wenn die K.-o.-Runde startet, empfangen die Berliner in Spiel eins zu Hause dann voraussichtlich die Düsseldorfer EG oder die Fischtown Pinguis, auch der ERC Ingolstadt ist noch ein theoretischen Anwärter auf Platz fünf.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ist schon dieser Zwischenschritt ein Erfolg. Nur zweimal seit der letzten Meisterschaft 2013 hatten sich die Eisbären bis dato direkt für die Play-offs qualifiziert. 2016 und 2018 unter Trainer Uwe Krupp, wobei der erste Anlauf im Viertelfinale endete, zwei Jahre später fehlte dann nur ein Sieg in München zu Titel Nummer acht.

Eisbären-Trainer Aubin hat einiges zu bemängeln

Das 2:1 nach Verlängerung am Sonntag in Wolfsburg führte dem Team von  Serge Aubin vor Augen, in welchen Facetten dieses Spiels noch Handlungsbedarf besteht, bevor es ernst wird. Im ersten Drittel seien seine Spieler „nur hinterhergelaufen“, bemängelte der Cheftrainer zum Beispiel hinterher. Was den Kanadier besonders geärgert haben dürfte. Seit Wochen richtet er mahnende Worte an die Öffentlichkeit und seine Mannschaft, dass es einen konzentrierten Auftritt über 60 Minuten, beziehungsweise die volle Spielzeit braucht, um erfolgreich zu sein.

Im zweiten Abschnitt, so führte Aubin weiter aus, hätten sich die Eisbären zu viele Strafen geleistet. Auch wenn sich der Schaden gegen die Niedersachsen dank eines herausragenden Unterzahlspiels   in Grenzen hielt,   sollte das Spiel eine Warnung sein. Denn der Kräfteverschleiß in der Ausscheidungsrunde ist höher als derzeit. Viele Spiele werden genau in den Situationen entschieden, wo eine Mannschaft numerisch geschwächt ist.

Ein starker Charakter

Auf der anderen Seite zeigten die Eisbären genau jene Tugenden, die es braucht, um weit zu kommen. Anders als noch bei der 1:2-Niederlage gegen die Düsseldorfer EG am Freitag, als die Berliner genervt wirkten, weil die Überlegenheit an Chancen und auffälligen Szenen nicht zum Erfolg führten, präsentierten sie sich diesmal geduldig. „Das war ein hart umkämpftes Spiel. Aber die Jungs haben einen Weg gefunden, daher haben wir zwei wichtige Punkte geholt“, lobte Aubin.

Wie in Wolfsburg gelang es dem EHC in dieser Saison häufig, Spielen nach einem mäßigen Start und einem Rückstand noch die passende Wendung zu geben.   Wohinter sich ein „starker Charakter“ verbirgt, wie Aubin empfindet. Und das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis vor der entscheidenden Saisonphase.