Berlin - Dass die Play-offs 2021 recht ungewöhnlich werden, hatte sich bereits vorher abgezeichnet. Schließlich werden alle Runden im Modus Best-of-Three ausgetragen, was bedeutet, dass eine Mannschaft nur zwei Siege braucht, um in die nächste Runde einzuziehen. Dass die Eisbären als überragendes Team des Nordens nach einem 3:4 (2:2, 1:0, 1:2) in heimischer Halle gegen die Iserlohn Roosters bereits am Donnerstag gegen den vorzeitigen K.o. spielen, hätte wohl niemand erwartet.

Frühe Führung hilft nichts

Dabei hatten sie zu Beginn den Eindruck vermittelt, keinerlei Zweifel aufkommen zu lassen, wer hier Herr im Haus ist. Dass Stürmer Matt White nach 92 Sekunden kurzzeitig ratlos wirkte, hatte keineswegs etwas mit dem Gefühl zu tun, dass der EHC keinen rechten Plan hatte. Nein, der US-Amerikaner hatte den Puck passgenau unter die Latte des Iserlohner Tores geschossen. Doch weil die Scheibe sofort wieder aus dem Tor geflippt war, musste der Videobeweis her.

Es entwickelte sich ein nervöses Spiel, in dem sich die Strafbanktür häufiger öffnete, als es den beiden Trainern lieb sein konnte. Mit entsprechendem Einfluss auf das Spiel. Als Zach Boychuk für die erste Berliner Unterzahl sorgte, glich Casey Bailey aus (5.). Doch die Eisbären haben mit Ryan McKiernan einen Verteidiger, der seit dem Start des Nord-Süd-Vergleiches großen Gefallen am Sturm und Drang gefunden hat. Was er auch 23 Sekunden später zum ersten Mal an diesem Abend unter Beweis stellte, als er den Puck am Iserlohner Torwart Andreas Jenike vorbei ins Tor spitzelte.

Eisbären brechen kurz vor Schluss ein

McKiernan stand unmittelbar nach der ersten Pause wieder im Fokus. Wieder kamen die Eisbären entschlossen aus der Kabine, weil ein 2:2-Zwischenstand, den Brent Raedeke erzielt hatte, natürlich nicht dem entsprach, was sich die Mannschaft von Serge Aubin vorgenommen hatte. Und so dauerte es diesmal nur 97 Sekunden, bis die EHC-Profis ihre Arme zum Jubeln in die Höhe reckten, nachdem McKiernan im Powerplay einen Schuss abgefeuert hatte, der Iserlohns Keeper ziemlich unglücklich durchrutschte.

Doch beim Comeback von Mark Zengerle, der sich vor knapp zwei Monaten am Fuß verletzt hatte, gelang den Hausherren mit zunehmender Spieldauer immer weniger. Während die Gäste erkannten, das sie hier einen echten Coup landen können. Und als Joe Whitney zehn Minuten vor dem Ende der Ausgleich gelang, verloren die Berliner völlig die Kontrolle. Und als John Ramage und Mark Olver gleichzeitig auf der Strafbank saßen, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Wirkungstreffer durch Brent fiel, der die Eisbären in den puren Überlebenskampf befördert.