Unter Cheftrainer Uwe Krupp sind die Kölner Haie noch ungeschlagen.
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BerlinDie Eisbären   und die Kölner Haie verbindet am vorletzten Spieltag der Hauptrunde eine Gemeinsamkeit: Das Aufeinandertreffen in der Domstadt am Freitagabend (19.30 Uhr) hat keine Auswirkungen auf die bevorstehenden Play-offs. Während die Berliner seit dem 5:1 gegen die Schwenninger Wild Wings am Dienstag Platz vier und somit das Heimrecht im Viertelfinale sicher haben, endet die Saison für die Rheinländer am Sonntag. Platz zehn, der immerhin zur Teilnahme an den Pre-Play-offs berechtigt, ist bereits außer Reichweite. Deshalb sagt EHC-Trainer Serge Aubin: „Sie haben etwas zu beweisen, für uns geht es darum, in Schwung zu bleiben.“

Eine gewisse Brisanz ergibt sich daraus, dass die Kölner wie schon zwischen   Saisonstart 2011 und Oktober 2014 auf Uwe Krupp als Trainer setzen, der   anschließend die Eisbären   coachte, ehe er nach dem knapp verpassten Titel 2018 zu Sparta Prag wechselte.   Sein Verhältnis zu EHC-Sportdirektor Stéphane Richer gilt   als belastet, es gibt widersprüchliche Aussagen, weshalb man sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte.

Eisbären besiegten Köln im Finale 2013

Marcel Noebels ist von Krupps Motivation überzeugt, ein Achtungszeichen gegen die alten Weggefährten setzen zu wollen. „Ich kann mich noch daran erinnern, wie es war, als wir damals gegen Köln gespielt haben“, erinnert sich der   punktbeste Eisbären-Stürmer. „So wie ich ihn kenne, wird er an die Tafel schreiben, dass die Jungs noch etwas in die Mannschaftskasse bekommen. Er ist ja noch nicht allzu lange weg.“

Obwohl die erste Kölner Krupp-Ära   ebenfalls mit Differenzen endete, setzen die   Klubverantwortlichen erneut auf den ersten deutschen NHL-Champion, weil dieser noch immer für die erfolgreichste Phase der jüngeren Vereinsgeschichte steht. In den Spielzeiten 2012/2013 und 2013/2014   stellten die Haie das beste Team der Liga, der dritte DEL-Titel galt als Formsache. Doch beide Male unterlag das Team im Finale, erst den Eisbären, dann dem ERC Ingolstadt. Seitdem muss Krupp gegen den Makel ankämpfen, als Trainer keinen Titel gewonnen zu haben.

Allerdings klafften Anspruch und Wirklichkeit in den Folgejahren noch deutlicher auseinander. Fünf Trainer versuchten sich zwischen Oktober 2014 und Februar dieses Jahres daran, eine für viel Geld zusammengestellte Mannschaft zu coachen. In ein Finale zogen die Haie seitdem nicht   ein, zum zweiten Mal finden die Play-offs ganz ohne sie statt.

Obwohl die Berliner, die mit den Jungprofis Thomas Reichel und Eric Mik sowie Sebastian Dahm im Tor auftreten, aber auf Maxim Lapierre, PC Labrie, John Ramage und Justin Pogge verzichten müssen, eine starke Hauptrunde bestreiten, sind sie gewarnt. Die Kölner gewannen die letzten drei Spiele, unter Krupp sind sie   noch unbesiegt.