Auch in Barcelona bewegt sich die Formel 1 in einer Art Blase.
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Berlin/BarcelonaMax Verstappen geht die Sache pragmatisch an. Ein Formel-1-Rennen im Corona-Hotspot Barcelona? „Ich erwarte keine Schwierigkeiten“, sagt der Red-Bull-Fahrer, „Corona gibt es doch nicht nur in Spanien. Wir müssen einfach vorsichtig sein.“

Allerdings sind die Infektionszahlen rund um die Metropole vor dem Rennen am Sonntag (15.10 Uhr, RTL und Sky) wieder deutlich angestiegen, und das mit der Vorsicht ist bei einem unsichtbaren Virus ja gar nicht so einfach. Das deutsche Robert-Koch-Institut hat Katalonien daher längst wieder zum Risikogebiet ernannt, das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin.

Auch international gilt die Region nicht mehr als sicher, die Augen-zu-und-durch-Taktik der Formel 1 wird daher durchaus kritisch beäugt. Innerhalb der Blase ist man sich allerdings recht sicher – weil der Reisetross Königsklasse auch bislang schon kaum Kontakt zur Außenwelt hatte. Auch innerhalb der Formel 1 und sogar innerhalb der Teams sind die Bereiche klar getrennt.

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: Formula1.com (Alle Zeiten MEsZ), afp *Qualifying 2018

„Ich bleibe ja in meiner Blase, für mich ändert sich nichts“, sagt etwa Weltmeister Lewis Hamilton von Mercedes: „Ich habe weiterhin nur mit ein paar wenigen Menschen direkt zu tun, ich komme am Flughafen an, fahre zu meinem Motorhome an der Strecke. Und dort bleibe ich für vier Tage, so wie zuletzt auch.“

Man ist mittlerweile selbstbewusst im Fahrerlager. 25.000 Tests hat die Formel 1 seit dem Auftakt ihrer Geister-Saison Anfang Juli durchgeführt, darunter waren nur drei positive Fälle – und nur ein prominenter: Der Mexikaner Sergio Pérez setzte zuletzt die beiden Rennen in Silverstone aus, in Barcelona wird er im Racing-Point-Cockpit zurückerwartet.

„Ich denke, die Resonanz der ersten Rennen hat gezeigt, dass die Formel 1 alles richtig gemacht hat“, sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei F1-insider.com: „Dass die Rennen im Moment ohne Zuschauer stattfinden, ist ein Kompromiss, den wir eingehen mussten. Alles geht um die hohe Kunst des Abwägens.“

Und so war es zwischenzeitlich auch durchaus eine Option, das Barcelona-Rennen abzusagen und durch einen weiteren, dritten WM-Lauf in Silverstone zu ersetzen. Allerdings vor allem aus organisatorischen Gründen: Da Katalonien auch aus Sicht der britischen Regierung nicht mehr zu den sicheren Regionen zählt, müssen Reisende nach ihrer Rückkehr eigentlich in zweiwöchige Quarantäne.

Und eine solche, sagt Marko, „würde den Formel-1-Betrieb lahmlegen“. Der Grund: Die große Mehrzahl der Teams sitzt in England, und nur zwei Wochen nach dem Rennen in Spanien ist bereits der Grand Prix im belgischen Spa angesetzt. 14 Tage Isolation wären da nicht umsetzbar.

Die Lösung ist eine Sondergenehmigung. Formel-1-Reisende, ebenso wie Teilnehmer anderer Profisportveranstaltungen, können die Quarantäne-Regelung unter bestimmten Auflagen umgehen. „Wir haben trotz des Anstiegs der Corona-Zahlen in Spanien grünes Licht bekommen“, sagt Marko.