Fans des 1. FC Union Berlins zünden Pyrotechnik während des Lokalderbys gegen Hertha BSC im Stadion an der Alten Försterei.
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BerlinNein, so geht es nicht. Die Fußballfans von Union Berlin und Hertha BSC durften sich am Sonnabend auf ein spannendes Lokalderby freuen. Doch das Spiel mit tollen Fan-Choreografien am Anfang wurde am Ende davon überschattet, dass aus dem Gästeblock Leuchtraketen auf das Spielfeld und die voll besetzten Ränge geschossen wurden.

Und dass nach dem Abpfiff eine Gruppe Maskierter aus dem Union-Block über das Spielfeld Richtung Hertha-Fans stürmen wollte. Beides ist inakzeptabel, wobei der gezielte Abschuss von Leuchtraketen auf das Spielfeld und die Tribünen leider eine neue, traurige Qualität in der Gewalteskalation markiert. Kontrollen? Ja, die gibt es, in der Alten Försterei genauso wie im Olympiastadion oder einer der anderen deutschen Arenen.

Friedfertige Fans müssen vom Verein gestärkt werden

Aber sie hindern offenkundig niemanden daran, Böller, Leuchtraketen und Pyrotechnik einzuschmuggeln. Spätestens dadurch, dass Leuchtraketen beim Berliner Derby als Waffe eingesetzt wurden, erübrigt sich jede Debatte darüber, den Einsatz von Pyrotechnik in Stadien zu legalisieren.

Der Ruf nach einem härteren Vorgehen ertönt zwar regelmäßig nach Gewaltexzessen bei Fußballspielen, ist aber nur bedingt geeignet, um für Abhilfe zu schaffen. Sicher, Straftaten müssen geahndet werden. Genauso wichtig ist es aber, all jene Fans zu stärken, denen es um die friedliche Unterstützung ihrer Mannschaft geht – um die Gewalttäter zu isolieren.

Das ist Aufgabe der Vereine, die dafür Geld in die Hand nehmen müssen. Immerhin profitieren sie auch davon. Denn die Teams brauchen den Support von den Tribünen. Sollte es nicht gelingen, die Sicherheit zu garantieren, werden die friedfertigen Fans den Stadien fernbleiben.